Eine Frau wird im Hannoveraner "Testzentrum am Zoo" mit einem Schnelltest auf das neuartige Coronavirus getestet (Archivbild). | dpa

Corona-Pandemie in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 100 an

Stand: 23.10.2021 09:20 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt erstmals seit rund einem halben Jahr wieder auf 100. Die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken bleibt laut RKI aber auf niedrigem Niveau. SPD-Generalsekretär Klingbeil mahnt trotzdem zur Vorsicht.

Zum ersten Mal seit Mitte Mai hat die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland wieder den Wert von 100 erreicht. Das geht aus der Statistik des Robert Koch-Institutes (RKI) hervor.

Am Freitag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 95,1 gelegen. Vor einer Woche betrug der Wert 70,8. Er gibt an, wie viele Menschen unter 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sich innerhalb einer Woche mit dem Coronavirus anstecken.

In den vergangenen 24 Stunden übermittelten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 15.145 Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es binnen eines Tages 10.949 neue Ansteckungen gewesen. Auch die Zahl der Todesfälle steigt wieder an. Dem RKI zufolge starben innerhalb eines Tages 86 Menschen, die sich zuvor nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Vor einer Woche waren es 75 Todesfälle gewesen.

Unter den Bundesländern verzeichnet derzeit Thüringen mit Abstand die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 206,3. Dahinter folgen Bayern mit 163,7 und Sachsen mit 159. Am niedrigsten ist der Wert in Schleswig-Holstein mit 52,4.

Nur leichtes Plus an Corona-Patienten

Die sogenannte Hospitalisierungsrate bleibt aber weiter auf niedrigem Niveau und steigt nur leicht an: Am Freitag lag sie bei 2,68 gegenüber 2,45 am Vortag. Der bisherige Höchstwert wurde im vergangenen Jahr um die Weihnachtszeit erreicht. Er lag bei rund 15,5. Die Hospitalisierungsrate gibt an, wie viele Personen pro 100.000 Bürgerinnen und Bürger infolge einer Infektion zur Behandlung in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Anfang September hatte der Bundestag beschlossen, dass die Anzahl der Corona-Patienten in Kliniken der entscheidende Faktor sein soll, wenn es um das Verhängen oder Lockern von Corona-Einschränkungen geht.

Vorsicht auch "auf den letzten Metern"

Der Generalsekretär der SPD, Lars Klingbeil, mahnt angesichts der steigenden Neuinfektionen trotzdem weiterhin zur Vorsicht. "Wir haben uns sehr vernünftig und solidarisch durch diese Krise bewegt. Das sollte auch auf den letzten Metern so bleiben. Wir alle wollen, dass die Pandemie bald vorbei ist und wir zu dem Alten zurückkehren - zumindest in den meisten Bereichen", sagte er der Funke-Mediengruppe. Der weitere Kurs im Kampf gegen die Corona-Pandemie solle mit großer Mehrheit im Bundestag beschlossen werden, betonte Klingbeil.

Derzeit wird darüber debattiert, ob die sogenannte epidemischen Lage von nationaler Tragweite aufgehoben werden soll. Sie ist die Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland und gilt seit März 2020. Unter anderem hatte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für das Aus des Ausnahmezustands ausgesprochen, was aber nicht mit einem Ende aller Vorsichtsmaßnahmen gleichzusetzen sei. Doch bei den Ministerpräsidenten der Länder wächst die Sorge, dass mit dem Aufheben der Notlage ein bundesweiter Flickenteppich an Corona-Auflagen geschaffen wird. Sie drängen daher auf einheitliche Regelungen.

FDP drängt auf Booster-Impfungen

Für die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, steht mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen eine ganz andere Priorität im Vordergrund. Dass die Infektionen im Herbst und Winter wieder zunehmen würden, sei aus ihrer Sicht zu erwarten gewesen. Dem müsse man jetzt mit einer "Impfbooster-Kampagne" entgegenwirken.

In Deutschland wird in mehreren Bundesländern bereits seit Anfang September ein drittes Mal gegen das Coronavirus geimpft. Diese sogenannten Booster-Impfungen erhalten bislang vorrangig ältere Menschen, Risiko- oder bestimmte Berufsgruppen. Der Start der Drittimpfungen erfolgte ohne eine offizielle Empfehlung durch die Ständige Impfkommission. Erst seit rund zweieinhalb Wochen empfiehlt die STIKO die Auffrischungsimpfung für Menschen ab 70 Jahren sowie für Bewohner von Pflege- oder Altenheimen und ebenfalls für Beschäftigte in bestimmten Branchen.

Über dieses Thema berichtete am 23. Oktober 2021 die tagesschau um 09:50 Uhr und tagesschau24 um 11:00 Uhr.

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Moderation 23.10.2021 • 14:11 Uhr

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