"Testzentrum" steht auf einem Schild vor dem Corona-Testzentrum am Eisenacher Busbahnhof. | dpa

RKI-Zahlen Jeder vierte Kreis hat Inzidenz unter 100

Stand: 04.05.2021 10:42 Uhr

Die Zahl der in Deutschland registrierten Corona-Neuinfektionen ist weiter gesunken - ebenso die Sieben-Tage-Inzidenz. Bundesweit liegt sie laut RKI jetzt bei 141,4. Jeder vierte Kreis liegt wieder unter der Schwelle von 100.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7534 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Dienstag vor einer Woche waren 10.976 neue Fälle gemeldet worden.

Damit geht auch der Wert für die Sieben-Tage-Inzidenz weiter zurück. Aktuell liegt er bundesweit bei 141,4. Gestern wurde er vom RKI mit 146,9 angegeben, vor einer Woche mit 167,6.

Werte zwischen 32,2 und 557,8

Regional gibt es dabei weiterhin große Unterschiede: Städte und Kreise mit hohen Inzidenzwerten finden sich derzeit vor allem im Süden von Thüringen und Sachsen sowie im Norden Bayerns. Den höchsten Wert hat laut RKI aktuell der Saale-Orla-Kreis in Thüringen mit 557,8.

Die Städte und Landkreise mit Inzidenzwerten unter 50 liegen großteils in Norddeutschland. Den niedrigsten Wert weist mit 32,2 die Stadt Flensburg in Schleswig-Holstein auf, die im Februar über Wochen ein Corona-Hotspot war.

103 Kreise und Städte unter Schwelle von 100

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sie ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen.

Als wichtigster - von der Politik gesetzter - Grenzwert gilt dabei aktuell der von 100. Ab dann greift die im Infektionsschutzgesetz vorgesehe "Bundesnotbremse" - die etwa eine weitere Beschränkung der Kontakte oder verschärfte Regeln für das Einkaufen vorschreibt.

Jeder vierte Kreis in Deutschland hat mittlerweile wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz unterhalb dieser Schwelle. So lagen 103 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten nach RKI-Zahlen unter 100 - darunter auch Großstädte wie Hamburg, Münster oder Freiburg. Vor einer Woche traf das nur auf 57 Kreise und Städte zu.

Laut Infektionsschutzgesetz sollen die strengeren Corona-Maßnahmen wieder aufgehoben werden, wenn ein Kreis oder eine Stadt an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen eine Inzidenz von weniger als 100 aufweist. Allerdings richten sich nicht alle Städte dabei nach den RKI-Zahlen. Hamburg etwa nimmt als Messlatte den von der eigenen Sozialbehörde errechneten Wert, der meist etwas höher liegt.

R-Wert bei 0,88

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 315 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 344 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.433.516 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.061.500 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83.591.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,88 (Vortag: 0,92). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Mai 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.