Maskierte Frau an Flughafen | Bildquelle: dpa

Reisen in Corona-Zeiten Mit Maske und Abstand am Flughafen

Stand: 19.05.2020 14:31 Uhr

Reisen innerhalb der EU scheinen zusehends in greifbare Nähe zu rücken. Auch für Flughäfen ist das ein Hoffnungsschimmer. Doch damit der Reiseverkehr wieder abheben kann, pocht der Branchenverband ADV auf Sicherheitsregeln.

Immer mehr EU-Staaten erwägen, ihre Grenzen wieder zu öffnen. Bundesaußenminister Heiko Maas macht sogar Hoffnung, dass das noch vor den Sommermonaten geschehen könnte. Das würde auch für Flughäfen bedeuten, dass der Betrieb endlich wieder hochgefahren werden kann. Allerdings anders als vor Corona-Zeiten - der Branchenverband ADV schlägt nun einige Regeln vor.

Maskenpflicht auch am Terminal

Als einen Punkt in seinem Maßnahmenkatalog pocht der Verband auf eine Maskenpflicht - und zwar auf allen Flughäfen bundesweit. Bisher gilt in Bayern, Berlin, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die Anordnung, dass Passagiere auf dem gesamten Flughafengelände einen Nasen-Mundschutz tragen müssen. In anderen Bundesländern reicht es teils, die Maske beim Sicherheitscheck oder an der Gepäckrückgabe aufzusetzen.

Als weitere Regelung ruft der ADV die Flughäfen dazu auf, die Abläufe zu entzerren. Dafür sollten mehr Check-In-Schalter geöffnet werden und mehr Busse verkehren, wenn Reisende zu einer Maschine auf den Rollfeldern gebracht werden müssen.

Zudem sollte stets der Mindestabstand gewahrt bleiben, indem etwa Sitze in den Wartebereichen gesperrt würden. Auch bei Warteschlangen müsse der Abstand eingehalten werden können.

Langsamere Abläufe bedeuten weniger Passagiere

Dem Verband ist bewusst, dass die Regeln auch eine Einschränkung des Betriebs mit sich bringen. Der Hauptgeschäftsführer des ADV, Ralph Beisel geht davon aus, dass sich die Leistungsfähigkeit der Flughäfen um bis zu 50 Prozent reduzieren wird - was bedeutet, dass ein nur halb so großes Passagieraufkommen bewältigt werden kann wie im Normalfall.

Von Gesundheitschecks sieht der ADV hingegen ab. Kontrollen mit Wärmebildkameras oder durch Fiebermessen seien nicht dazu geeignet, eine Infektion zuverlässig zu erkennen. Der ADV stützt seine Aussage auf Fachuntersuchungen. Sollten Behörden dennoch auf Checks bestehen, plädiert der Verband für Fragebögen, die die Reisenden ausfüllen sollten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Mai 2020 um 06:49 Uhr.

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