Karl Lauterbach mit FFP2-Maske. | EPA

Corona-Expertenrat tagt erstmals Einschätzung zu Omikron noch vor Weihnachten

Stand: 14.12.2021 16:51 Uhr

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung ist zu seiner ersten Sitzung zusammengekommen - und setzt sich das Ziel, bis Weihnachten eine Stellungnahme zu der Omikron-Variante abzugeben. Manchem geht das aber nicht schnell genug.

In den vergangenen Tagen sind die bundesweiten Corona-Fallzahlen wieder leicht gesunken - doch vor allem die neue Omikron-Variante des Virus schürt die Sorge, dass dieser Trend nur von kurzer Dauer sein könnte. Darum ist nun der neue Expertenrat gefragt, der Bund und Länder bei der Suche nach der richtigen Strategie gegen die Pandemie unterstützen soll. Bis Weihnachten - also in rund anderthalb Wochen - soll das Gremium eine erste Stellungnahme zu Omikron abgeben.

Das kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach an, nachdem der Expertenrat zu seiner ersten Sitzung zusammengekommen war. Daran hatten demzufolge auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt teilgenommen. Die Einschätzung der Experten werde "die Grundlage wichtiger Entscheidungen sein, die wir in Bezug auf Omikron zu treffen haben", sagte Lauterbach.

Auch Scholz hatte nach dem Bund-Länder-Treffen am vergangenen Donnerstag weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen nicht ausgeschlossen. Zunächst wolle seine Regierung jedoch die wissenschaftliche Expertise einholen und abwarten, ob die beschlossenen Auflagen ausreichten, um die Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren.

Expertenrat soll schon am Freitag erneut tagen

Bund und Länder hatten sich Anfang des Monats darauf geeinigt, den Expertenrat einzuberufen. Ihm gehören 19 Virologinnen und Virologen, Physiker, Mediziner, Immunologen, Psychologen, der Leiter eines Gesundheitsamts und ein Landrat an. So zählen etwa der Berliner Virologe Christian Drosten, der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens und die Ethikratsvorsitzende Alena Buyx zum Expertenrat.

Bereits an diesem Freitag will der Rat erneut tagen, um über den Umgang mit Omikron zu beraten. Lauterbach zeigte sich überzeugt, dass das Gremium dank seiner ausgewogenen Besetzung gemeinsame Einschätzungen abgeben könne. Gleichzeitig betonte der SPD-Minister, dass es nicht Aufgabe des Rates sei, politische Entscheidungen zu treffen: "Der Expertenrat macht keine Politik, die Politik machen wir."

Söder fordert weiteres Bund-Länder-Treffen

Aus Sicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder drängt bei einer bundesweit einheitlichen Strategie gegen die Ausbreitung der Omikron-Variante die Zeit. Noch gingen Bundesländer unterschiedlich damit um, etwa in Form von unterschiedlich strengen Kontrollen von Einreisenden an Flughäfen. "Wir brauchen neben dem jetzigen Delta-Management eine einheitliche nationale Omikron-Strategie", betonte Söder und forderte, dass diesbezüglich zeitnah eine weitere Ministerpräsidentenkonferenz einberufen werden sollte - entweder noch in diesem oder "sehr früh" im kommenden Jahr.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2021 um 16:00 Uhr.