Ein Polizist steht an einer Straßensperre in der chinesischen Provinz Hubei, die wegen des Coronavirus unter Quarantäne steht. | Bildquelle: REUTERS

Coronavirus in China Rund 90 Deutsche sollen ausgeflogen werden

Stand: 30.01.2020 20:24 Uhr

Am Samstag sollen rund 90 Deutsche aus China ausgeflogen werden. In Deutschland müssen sie dann zwei Wochen lang in einer Kaserne in Rheinland-Pfalz in Quarantäne - auch zum Schutz der Bevölkerung.

Aufgrund der rasanten Ausbreitung des Coronavirus will die Bundesregierung deutsche Staatsbürger aus China ausfliegen lassen. Doch noch gibt es kein endgültiges grünes Licht für die Rückholaktion. Bislang liegt nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa keine Genehmigung der chinesischen Behörden vor.

Geplant ist, rund 90 Deutsche und einige enge Familienmitglieder wie Kinder und Ehepartner per Flugzeug der Bundeswehr in die Bundesrepublik zu holen. Nach derzeitigem Stand soll der Flug am Samstag stattfinden. Mitfliegen darf aber nur, wer keine Symptome einer Erkrankung aufweist.

Deutsche kommen in Germersheim in Quarantäne

Die betroffenen Deutschen in China könnten freiwillig entscheiden, ob sie sich ausfliegen lassen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Eine zentrale Unterbringung sei wichtig, um mögliche Ansteckungen in der Inkubationszeit zu vermeiden. Wer sich dafür entscheide, komme zwei Wochen lang in Quarantäne in eine Kaserne nach Germersheim (Südpfalz), bestätigte Gesundheitsstaatssekretär Thomas Gebhart dem ARD-Hauptstadtstudio.

Auch das Auswärtige Amt versicherte, alles dafür zu tun, "dass sich aus der Rückholung keine Gefahr für die deutsche Bevölkerung ergibt." Die Passagiere würden vor der Abreise sowohl von chinesischem als auch von Deutschland eingesetztem medizinischen Personal untersucht. Auch während des Fluges stünden die Reisenden unter medizinischer Beobachtung.

Die Kosten für die Ausreise trägt zum Großteil der Bund, die betroffenen Deutschen müssen einen Teil aber selbst tragen. Die Höhe des Eigenanteils stehe noch nicht fest, werde sich aber an den Kosten für ein normales Economy-Flugticket orientieren, zitierte die Nachrichtenagentur dpa aus einem Schreiben des Auswärtigen Amtes an die potenziellen Ausreisenden.

WHO: Maßnahmen in Deutschland reichen aus

In Deutschland wurden bisher vier Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Alle Patienten sind Mitarbeiter des im oberbayerischen Landkreis Starnberg angesiedelten Automobilzulieferers Webasto. Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums und der behandelnden Ärzte zufolge befinden sich alle Infizierten in einem "guten Zustand". Zudem gibt es hierzulande diverse Verdachtsfälle, bestätigt wurde davon noch keiner.

Aus Sicht der Weltgesundheitsbehörde (WHO) hat Deutschland ausreichende Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus getroffen, wie WHO-Sprecher Christian Lindmeier im ARD-Mittagsmagazin ausführte: "Deutschland hat wunderbar reagiert: Ein Fall wird erkannt, die Personen werden isoliert, werden behandelt, die Kontakte werden nachverfolgt, es werden die Daten weitergegeben an die WHO."

Auch die deutsche Wirtschaft reagiert zunehmend auf die Ausbreitung des Virus in China. Die Autobauer Volkswagen und BMW verlängerten in chinesischen Produktionsstandorten die Werksferien für die Angestellten. Die Fluggesellschaft Lufthansa hatte bereits am Mittwoch alle Verbindungen von und nach China ausgesetzt.

Mit Informationen von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

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