Mobiltelefon mit geöffneter Corona-Warn-App | dpa

Bundesregierung zu Corona-App Mehr Bürger sollen Warn-App nutzen

Stand: 23.09.2020 16:22 Uhr

100 Tage nach ihrer Einführung hat die Bundesregierung die Corona-Warn-App als "große Erfolgsgeschichte" bezeichnet. Gleichzeitig rief sie die Bürger dazu auf, vermehrt die App herunterzuladen und zu nutzen.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen appelliert die Bundesregierung an die Bundesbürger, die Corona-Warn-App stärker zu nutzen. Bisher hätten mehr als 18 Millionen Nutzer die App auf ihr Smartphone heruntergeladen - das sei außerordentlich viel, sagte Kanzleramtschef Helge Braun in Berlin. Auch im europäischen Ausland sei sie schon 400.000 mal runtergeladen worden. 100 Tage nach ihrem Start bezeichnet er die Anwendung, die Nutzer bei einem Kontakt zu einem Corona-Infizierten warnen soll, als "große Erfolgsgeschichte".

"Die App wirkt"

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn würdigte diese als "die mit Abstand erfolgreichste Warn-App in Europa". Spahn unterstrich zugleich, die App sei kein Allheilmittel, aber ein wichtiges Instrument, das die Arbeit der Gesundheitsämter ergänze. Rund 5000 Nutzer hätten bislang ihre Kontakte über ein positives Testergebnis informiert. "Das zeigt, dass die App wirkt", sagte der Gesundheitsminister. Zugleich betonte er, die seit dem 16. Juni verfügbare Anwendung sei eine Ergänzung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln.

Die App auf dem Smartphone kommuniziert via Bluetooth mit anderen Smartphones. Wird ein Nutzer positiv auf das Coronavirus getestet, gibt die App einen Alarm an Personen aus, die dem Infizierten nahe gekommen sind. Die Nutzung der App ist freiwillig.

Erweiterung geplant

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv hat derzeit ein knappes Drittel der Bundesbürger (30 Prozent) die App auf dem Smartphone installiert. Sieben Prozent der Nutzer gaben an, bereits über die App benachrichtigt worden zu sein, dass sie sich in unmittelbarer Nähe zu einer infizierten Person aufgehalten haben.

Bald soll die deutsche Corona-Warn-App wird um neue Funktionen ergänzt und künftig auch in zehn weiteren europäischen Ländern eingesetzt werden. Das kündigten die Hersteller der Anwendung, SAP und Deutsche Telekom, an. Die App werde künftig auch Krankheitssymptome abfragen, sagte SAP-Technikchef Jürgen Müller. Die Eingabe sei freiwillig. "Diese Daten werden auch nicht geteilt, sondern nur lokal auf dem Smartphone abgespeichert."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. September 2020 um 13:08 Uhr.