Menschen laufen in Köln auf der Schildergasse an Werbedisplays vorbei, auf denen "Mer jonn teste" (Kölsch für "Wir gehen testen") steht. | dpa

RKI-Bericht Vierte Welle trifft vor allem die Jüngeren

Stand: 27.08.2021 08:34 Uhr

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen nimmt weiter zu, die Inzidenz kletterte auf über 70: Deutschland befindet sich laut RKI in der vierten Welle. Und sie trifft vor allem Jüngere und Ungeimpfte.

Die vierte Corona-Welle nimmt nach Angaben des Robert Koch-Instituts vor allem über Ansteckungen bei Jüngeren weiter an Fahrt auf. Gleichzeitig nehme die Verbreitung auch unter den mittleren Altersklassen zu, hieß es im RKI-Wochenbericht. Ins Krankenhaus kämen dann in der Regel vor allem die Ungeimpften.

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei Ansteckungen unter den 15- bis 34-Jährigen lag am Donnerstag bei 115 pro 100.000 Einwohnern. Das war fast doppelt so hoch wie der bundesweite Vergleichswert (66) in der Gesamtbevölkerung. Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede: Die Werte schwankten am Donnerstag zwischen 122 Fällen pro 100.000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen und 15,5 in Sachsen-Anhalt.

Die Älteren mit dem höchsten Risiko für schwere Covid-19-Verläufe sind größtenteils schon geimpft und geschützt. In der Gruppe ab 60 Jahren steigen die Inzidenzen innerhalb einer Woche im Moment bundesweit nicht mehr über 17 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Krankenhauspatienten immer jünger

Ein Grund für die hohe Zahl der Ansteckungen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen könnte auch die abnehmende Impfbereitschaft sein. So stieg der Anteil immunisierter Bundesbürger im Vergleich zur Vorwoche nur noch langsam. Mit Datenstand vom 25. August waren fast 65 Prozent mindestens einmal und fast 60 Prozent vollständig geimpft. Eine Woche vorher lagen diese Quoten bei rund 64 Prozent bei den Erst- und 58 Prozent bei den Zweitimpfungen.

Die vermehrten Infektionen bei den Jüngeren machen sich nach der RKI-Analyse auch beim Blick auf die Klinikdaten bemerkbar. Waren Anfang des Jahres die Krankenhauspatienten mit Covid-19 im Schnitt 77 Jahre alt, liegt der Altersdurchschnitt seit Mitte August bei 46-48 Jahren.

Der zuletzt allgemein abnehmende Trend in Kliniken setze sich nicht fort, so das RKI. Die Zahl der Covid-Patienten befinde sich zwar noch auf niedrigem Niveau, steige jedoch sichtbar an - vor allem bei den 35- bis 59-Jährigen. Die große Mehrzahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern ist nicht geimpft. Impfdurchbrüche seien sehr selten, heißt es im Bericht.

Inzidenz bei 70,3

Am Freitag stieg die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erneut: Sie liegt nun bei 70,3. Das RKI meldete 12.029 registrierte Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - vor einer Woche waren es noch 9280 Ansteckungen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 14.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. August 2021 um 09:00 Uhr.

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