Eine Reisende lässt am Flughafen Hamburg einen Corona-Test machen.  | Bildquelle: dpa

Reisen in Risikogebiete Kritik an kostenlosen Tests wächst

Stand: 10.08.2020 10:57 Uhr

Müssen Urlauber aus Risikogebieten ihre Tests bald selber zahlen? Das fordern immer mehr SPD-Politiker und kritisieren die "Tests auf Staatskosten". Sogar in der CDU denkt man bereits über Alternativen nach.

Die Kritik an kostenlosen Corona-Test für Reisende aus Risikogebieten wächst. Aus Sicht von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sollten Urlauber aus Risikogebieten Corona-Pflichttests selbst zahlen.

Auf "Bild live" sagte Klingbeil zur Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), er habe "ein Gerechtigkeitsproblem damit, dass man in Risikogebiete fährt und dann auch noch den Test vom Staat bezahlt bekommt". Das sei noch nicht zu Ende diskutiert.

Sein Parteifreund Tschentscher argumentierte ähnlich: "Ich halte es für sehr vertretbar, wenn es die bezahlen, die ganz bewusst diese Reisen in Risikogebiete machen. Man kann auch woanders Urlaub machen." Nach rechtzeitiger Ansage sollten künftig Tests zu den Reisekosten zählen. Anderenfalls müssten Krankenkassen-Beitragszahler oder Steuerzahler dafür zahlen.

CDU sieht Regelung lediglich als Übergangslösung

CDU-Politiker sehen die Entscheidung des Bundesgesundheits-Ministeriums lediglich als Übergangslösung. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagte im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF auf die Frage nach der Kostenübernahme: "Wer in ein Risikogebiet reist, muss letztlich auch die Kosten dafür tragen und kann die nicht der Allgemeinheit übertragen." Für den Moment sei es aber richtig so, "damit jeder, der getestet werden muss, auch getestet werden kann".

Ähnlich hatte zuvor Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) argumentiert. Er halte es zwar zunächst für richtig, dass die Tests für Rückkehrer kostenlos sind. "Für eine dauerhafte Lösung muss aber über Alternativen nachgedacht werden." Eventuell könnten die Kosten für die Tests auf die entsprechenden Flugtickets umgelegt werden, hatte der CDU-Politiker dem "Spiegel" gesagt.

"Geplante Reisen beim Gesundheitsamt melden"

Innenstaatssekretär Krings schlug in der "Rheinischen Post" vor, sollte Reisen in ein Risikogebiet vorher dem Gesundheitsamt melden, damit es hinterher leichter überprüfen könne, "ob der verpflichtende Corona-Test bei der Einreise gemacht und gegebenenfalls die Quarantäne eingehalten wurde".

Für Heimkehrer aus Risikogebieten gibt es derzeit zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich noch im Urlaubsland höchstens 48 Stunden vor der Abreise testen und legen einen Negativ-Nachweis in deutscher oder englischer Sprache vor. Diese Tests müssen sie selbst zahlen. Test, die bis zu drei Tage nach der Rückkehr in Deutschland gemacht werden, sind kostenlos.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. August 2020 um 10:20 Uhr.

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