Krankenschwester auf Corona-Intensivstation | Bildquelle: dpa

Hamburger Klinikstudie Corona befällt mehrere Organe

Stand: 14.05.2020 15:17 Uhr

Tobias B. Huber, Direktor Medizinische Klinik und Poliklinik im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), spricht auf einer einer Pressekonferenz im UKE. | Bildquelle: dpa
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Tobias Huber, Leiter der Studie, will weiter forschen und an einem Frühwarnsystem arbeiten.

Covid-19 ist keine reine Lungenerkrankung - das haben weitere Untersuchungen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) bestätigt. "Sars-CoV-2, das neuartige Coronavirus, ist nicht nur ein Lungenvirus, sondern ein Multiorganvirus", sagte der Leiter der Studie, Tobias Huber, am Donnerstag in Hamburg. Das hätten Untersuchungen von 27 an Covid-19 gestorbenen Patientinnen und Patienten gezeigt. Das am zweithäufigsten betroffene Organ seien die Nieren, "nicht selten bis hin zum totalen Organausfall". Außerdem habe man den Erreger in Herz, Leber, Gehirn und Blut nachweisen können. Die höchsten Konzentrationen hätten sich aber in den Zellen der Atemwege gefunden.

Sars-Cov-2 zeigt sich als Multiorganvirus

Bei rund 80 Prozent der untersuchten Todesfälle zeigte sich Sars-CoV-2 als Multiorganvirus. Das sei auch ein Grund für die vielfältigen Symptome der neuen Krankheit, so Huber. Der Befall der Organe sei vermutlich die Ursache dafür, dass Covid-19-Erkrankte häufig Auffälligkeiten im Urin aufwiesen.

"Zudem könnte dies die extrem hohe Rate von bis zu 50 Prozent an akuten Nierenversagen bei Covid-19-Patienten erklären", sagte Huber. Rund ein Drittel der an Covid-19-Erkrankten, die auf Intensivstationen behandelt werden, bräuchten eine Dialyse, sagte Huber. Deswegen seien auch in den schwer betroffenen Regionen in Spanien oder Italien und auch in New York zwischenzeitlich die Dialysegeräte knapp geworden. Am UKE habe man daraus gelernt und die Dialysekapazitäten rechtzeitig erweitert.

Ergebnisse von Corona-Studie am UKE vorgestellt
ndr
15.05.2020 06:53 Uhr

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UKE sucht nach Corona-Frühwarnsystem

Das UKE will jetzt untersuchen, ob Veränderungen in den Nieren bei Patientinnen und Patienten möglicherweise ein Hinweis auf einen schweren Krankheitsverlauf sein können. In weiteren Studien solle geklärt werden, ob Urinveränderungen als Frühwarnsystem für schwere Covid-19-Verläufe dienen könnten.

Dieses Thema im Programm:
NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.05.2020 | 13:00 Uhr

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