Frankfurt/Main: Mit Mundschutzmasken sitzen Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse eines Gymnasiums in Frankfurt im Unterricht. | Bildquelle: dpa

Corona an Schulen Mehr als 300.000 Schüler in Quarantäne

Stand: 11.11.2020 07:02 Uhr

Die Corona-Lage an deutschen Schulen spitzt sich zu: Waren Ende September noch 50.000 Schüler in Quarantäne, sind es jetzt mehr als 300.000. Der Lehrerverband beklagt einen "Salami-Lockdown".

In Deutschland ist die Zahl der Schülerinnen und Schülern, die sich in Corona-Quarantäne befinden, stark gestiegen. Nach Angaben des Deutschen Lehrerverbandes liegt diese Zahl derzeit bei mehr als 300.000. Ende September waren demnach noch etwa 50.000 Schülerinnen und Schülern in Quarantäne gewesen. Zusätzlich sind aktuell etwa 30.000 Lehrerinnen und Lehrer von Quarantäne-Maßnahmen betroffen.

In Folge müssten immer mehr Schulen schließen, hatte zuvor Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Bild" gesagt: "Wir erleben an den Schulen jetzt einen Salami-Lockdown." Damit meinte er die schrittweise Schließung von immer mehr Schulen. Die Politik habe sich zurückgezogen, jetzt entschieden die Gesundheitsämter.

"Schulen sollen auf Biegen und Brechen offen bleiben"

In der "Passauer Neuen Presse" beklagte Meidinger Versäumnisse beim Corona--Schutz an Schulen, aktuelle Maßnahmen gingen ihm nicht weit genug: "In fast allen Bundesländern wurden die Hygienestufenpläne, die in den Corona-Hotspots wieder auf halbierte Klassen setzten, außer Kraft gesetzt. Schulen sollen auf Biegen und Brechen offen bleiben."

Er hoffe, dass generelle Schulschließungen vermeidbar seien, sagte Meidinger. "Dazu müssen aber bei exponentiell wachsenden Infektionszahlen die präventiven Vorsichtsmaßnahmen an Schulen hochgefahren werden", fordert er. Dazu zähle neben der Maskenpflicht auch die vorübergehende Wiedereinführung der Abstandsregel, was halbierte Klassen und Wechselbetrieb bedeuten würde.

Karliczek für allgemeine Maskenpflicht an Schulen

Die steigende Zahl der Corona-Fälle an Schulen sorgt derweil durchaus für Diskussionen in der Politik. So forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß die Landesregierungen zu mehr Sicherheitsvorkehrungen auf. Er sagte zu "Bild": "Einen fortwährenden Salami-Lockdown, der zu großen Unsicherheiten für Familien führt, darf es nicht geben." Deswegen müssten alle Klassenräume schnellstmöglich mit Belüftungsanlagen und Plexiglas-Trennwänden ausgestattet werden.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hatte am Dienstag für eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen plädiert. Diese Maßnahme halte sie in der aktuellen Phase hoher Infektionszahlen für "zumutbar", auch an den Grundschulen, sagte Karliczek der Düsseldorfer "Rheinischen Post". 

Frühere Weihnachtsferien in NRW?

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident brachte im WDR-Fernsehen verlängerte Winterferien im bevölkerungsstärksten Bundesland ins Spiel. Es sei eine "denkbare Möglichkeit", die Winterferien zwei Tage früher beginnen zu lassen - bereits am 21. statt am 23. Dezember. Die zwei Ferientage könnten an Karneval wieder abgezogen werden. Die Landesregierung werde das mit Verbänden erörtern, sagte Laschet. Hintergrund der Überlegungen ist, dass die Menschen vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken sollten, damit es bei Familienfeiern zu Weihnachten nicht zu Ansteckungen kommt. "Eine Sicherheit gibt das aber auch nicht", betonte Laschet.

Bundesgesundheitsminister Spahn zeigte sich offen für den nordrhein-westfälischen Vorschlag. "Das ist sicherlich ein Teil der Debatte, auch für Montag oder auch für die Folgewochen", sagte er den Fernsehsendern RTL und n-tv. Der Minister betonte, für Eltern, Kinder und Lehrer sei Planbarkeit wichtig. Mit der Maßnahme, wie sie nun Laschet vorschlug, sei dies gegeben.

Ein Thema bei den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder am Montag wird laut Spahn auch eine Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen sein.

Über 300.000 Schüler in Quarantäne
Björn Dake, ARD Berlin
11.11.2020 07:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 11. November 2020 die tagesschau um 07:00 Uhr und B5 aktuell um 09:03 Uhr.

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