Impfzentrum Köln | picture alliance/dpa

Kampf gegen die Delta-Variante "Zweitimpfung sollte vorgezogen werden"

Stand: 27.06.2021 09:24 Uhr

Die Corona-Neuinfektionszahlen sind weiter im Sinkflug - die Sorge vor den Auswirkungen der besonders aggressiven Delta-Variante nach dem Sommer aber steigt. Oppositionspolitiker fordern jetzt, Zweitimpfungen vorzuziehen.

Aktuell ist das Infektionsgeschehen in Deutschland auf niedrigem Niveau - die Sieben-Tage-Inzidenzen sind inzwischen in jedem einzelnen Bundesland einstellig. Bundesweit sinkt der Wert laut Robert Koch-Institut (RKI) weiter auf 5,7 von 5,9 am Vortag. Die Inzidenz gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das RKI meldet 538 neue Positiv-Tests. Das sind 304 weniger als am Sonntag vor einer Woche, als 842 Neuinfektionen gemeldet wurden.

Acht weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 90.754. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

Sorge vor der Delta-Variante

Allerdings breitet sich in vielen Ländern inzwischen die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Coronavirus aus. In Großbritannien und Israel steigen die Neuinfektionszahlen beispielsweise wieder, trotz fortgeschrittener Impfkampagne. Um die Zahlen in Deutschland dennoch niedrig zu halten, fordern Gesundheitsexperten der Opposition jetzt, die Impfintervalle wo möglich zu verkürzen. Denn gegen die Mutante hilft die erste Impfung nach bisherigen Erkenntnissen kaum.

Bei mRNA-Impfstoffen (BioNTech/Pfizer und Moderna) sollte die Zweitimpfung gegen das Coronavirus "dringend vorgezogen werden" und schon nach drei Wochen stattfinden, sagte Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen der "Welt am Sonntag". Es gebe "harte Daten", dass dies gegen die Delta-Variante sehr wirksam sei. Zu einer früheren Zweitimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca läge noch nichts vor.

"STIKO sollte ihre Empfehlung überarbeiten"

Der FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss, Andrew Ullmann, sagte: "Die Ständige Impfkommission sollte ihre Empfehlung zu den Impfintervallen überarbeiten und den Zeitpunkt der Zweitimpfung vorziehen." Die STIKO empfiehlt bislang längere Zeitabstände zwischen den zwei Impfungen als möglich. Das hat Gründe: Bei AstraZeneca etwa steigt die Wirksamkeit bei längerem Abstand. Zudem sprach die Impfstoffknappheit dafür, zunächst möglichst viele Menschen zu versorgen.

Bei AstraZeneca lautet der bisherige Rat des Expertengremiums, zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis verstreichen zu lassen. Für die mRNA-Impfstoffe beträgt der empfohlene Abstand sechs Wochen. Laut Zulassung wären schnellere Impfserien möglich: zwei BioNTech-Spritzen im Abstand von drei Wochen, bei Moderna und AstraZeneca im Abstand von vier Wochen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Juni 2021 um 12:00 Uhr und am 27. Juni 2021 um 09:00 Uhr.