Eine Frau geht in eine Corona-Teststation in Berlin-Tegel | AFP

Corona-Pandemie Steigende Zahlen - neue Maßnahmen

Stand: 22.11.2021 17:07 Uhr

Das RKI meldet 30.643 Neuinfektionen - die Inzidenz steigt damit erneut auf einen neuen Höchstwert und liegt nun bei 386,5. In einigen Bundesländern gelten von heute an strengere Corona-Maßnahmen, darunter Sachsen und Schleswig-Holstein.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat erneut einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 386,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 372,7 gelegen, vor einer Woche bei 303,0 (Vormonat: 95,1).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 30.643 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 23.607 Ansteckungen gewesen.

Hospitalisierungsrate bei 5,28

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 62 Todesfälle verzeichnet - in der Vorwoche waren es 43. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 99.124.

Die Zahl der bundesweit in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI mit 5,28 an (Freitag 5,34). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 können die Bundesländer jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Einige Bundesländer verschärfen Maßnahmen

In einigen Bundesländern gelten von heute an strengere Corona-Maßnahmen: Wegen hoher Infektionszahlen schließt Sachsen seine Freizeiteinrichtungen, Bars und Clubs. Weihnachtsmärkte wurden abgesagt. Ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 1000 gilt für Ungeimpfte eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr.

In Schleswig-Holstein tritt die 2G-Regel in Innenbereichen von Freizeiteinrichtungen und Gaststätten in Kraft. Damit können diese nur noch von Geimpften oder Genesenen besucht werden.

Ausgangssperren für Ungeimpfte gibt es auch in besonders von der Pandemie betroffenen Kreisen in Baden-Württemberg. Wie das Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises mitteilte, dürfen Nichtgeimpfte die Wohnung zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr nur aus triftigen Gründen verlassen. Dazu zählen etwa berufliche Tätigkeiten oder die unaufschiebbare Versorgung von Tieren. Gleiches gilt im Landkreis Biberach. Daneben gehört in Baden-Württemberg auch der Ostalbkreis zu den Gegenden mit den höchsten Infektionszahlen.

Strengere Maßnahmen in Bayern

In Bayern sollen ab Mittwoch für Ungeimpfte strikte Kontaktbeschränkungen gelten. Clubs und Bars müssen ebenfalls für drei Wochen schließen, Weihnachtsmärkte soll es nicht geben. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen wird die Zuschauerzahl deutlich begrenzt.

Darüber hinaus gilt fast flächendeckend die 2G-Regel: mit Ausnahme des Handels. Dort gibt es aber eine Obergrenze von einer Person je zehn Quadratmeter Fläche.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet mit ähnlichen Schritten auch in anderen Bundesländern. Am Wochenende waren bereits im Saarland und Hamburg schärfere Corona-Regeln mit 2G-Vorgaben in Kraft getreten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. November 2021 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.