Menschen sitzen am Strand Playa de Muro auf Mallorca. | dpa

Robert Koch-Institut Deutsche infizieren sich zunehmend im Ausland

Stand: 30.07.2021 12:32 Uhr

In der Urlaubszeit wächst der Anteil der Corona-Infektionen, die deutsche Urlauber vermutlich aus dem Ausland mit nach Hause bringen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg laut RKI weiter an und liegt nun bei 16,5.

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass sich Tausende deutsche Urlauber im Ausland mit dem Corona-Virus angesteckt haben. In seinem wöchentlichen Lagebericht schreibt das RKI, in der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli seien 3662 entsprechende Fälle gemeldet worden. Am häufigsten wurden in den vier betrachteten Wochen Spanien, die Türkei, die Niederlande, Kroatien und Griechenland als wahrscheinliche Infektionsorte genannt.

Von Sonntag an breitere Testpflicht

Seit Mitte Juli ist demnach für die Türkei ein besonders starker Anstieg zu verzeichnen. Hier verdoppelte sich die Zahl der pro Woche erfassten Fälle ungefähr. Mit Frankreich, Italien, Österreich und Dänemark stehen weitere beliebte Reiseziele auf den ersten zehn Plätzen der Liste. Von Sonntag an plant die Bundesregierung neue Einreiseregeln. Mit einer breiteren Testpflicht soll die Corona-Ausbreitung durch Urlaubsrückkehrer gebremst werden.

Die meisten stecken sich in Deutschland an

In seinem Lagebericht machte das RKI auch deutlich, dass der überwiegende Teil, nämlich mindestens 81 Prozent, der Corona-Infektionen weiterhin innerhalb Deutschlands stattfindet. In neun von zehn Fällen sei inzwischen die besonders ansteckende Deltavariante für die Infektion verantwortlich. Eine solche Entwicklung war bereits vor Wochen vermutet worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt laut RKI derzeit vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 10 und 34 Jahren. Die mit Abstand höchsten Werte werden für die Vorwoche bei den Untergruppen der 15- bis 19-Jährigen mit 40 und bei den 20- bis 24-Jährigen mit 45 verzeichnet. Von dem deutlichen Anstieg verschont sind bislang vor allem die Menschen ab 60, bei denen die Impfquote höher ist als bei Jüngeren.

Wieder mehr Covid-Patienten in Krankenhäusern

Der Rückgang der Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 setzt sich laut RKI nicht fort. Stattdessen sei der Anteil von Patienten mit dieser Diagnose an allen Fällen mit schweren Atemwegsinfektionen vergangene Woche wieder leicht angestiegen. Die Werte lägen zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau.

Das RKI meldete für heute 2454 Neuinfektionen. Das sind 365 mehr als vor einer Woche, als 2089 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 16,5 von 16,0 am Vortag. 30 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöhte sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 91.637.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. Juli 2021 um 06:55 Uhr in den Nachrichten.