Bundesforschungsministerin Anja Karliczek während der Vorstellung eines Förderprogramms zur Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19. | dpa

Entwicklung von Corona-Medikamenten Bundesregierung legt Förderprogramm auf

Stand: 06.01.2021 14:44 Uhr

Bundesforschungsministerin Karliczek hat ein Förderprogramm zur Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 vorgestellt. Es hat einen Umfang von 50 Millionen Euro und soll klinische Prüfungen voranbringen.

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Um die Pandemie in den Griff zu bekommen, sind Impfstoffe wichtig - so lautet die Botschaft von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Parallel dazu sei es aber ebenso notwendig, wirksame Medikamente zu haben, um die Not bereits Erkrankter lindern zu können. Denn: "Wir müssen leider damit rechnen, dass selbst bei einer hohen Impfrate Menschen weiter an COVID-19 erkranken", sagt Karliczek.

Kai Küstner ARD-Hauptstadtstudio

In einer frühen Phase der Pandemie habe man bei der Behandlung auf bereits bekannte und verfügbare Medikamente gesetzt, aber viele Hoffnungen hätten sich nicht erfüllt, so die Bundesforschungsministerin. Umso wichtiger seien spezifische Arzneien gegen Covid-19.

Um die Forschung voranzutreiben, will der Bund die Entwicklung neuer Medikamente fördern. Das Programm, das Karliczek heute vorstellte, hat einen Umfang von zunächst 50 Millionen Euro. Unternehmen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich bewerben.

Klinische Medikamenten-Studien vorantreiben

Zu Beginn der Pandemie hatte unter anderem US-Präsident Donald Trump für Aufsehen gesorgt, als er das Malariamittel Chloroquin zur Corona-Behandlung bewarb und dieses nach eigenen Angaben auch einnahm. Nicht nur US-Forscher kamen jedoch schon im Frühjahr zu dem Ergebnis, dass dieses Mittel mehr schade als nütze.

Deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten inzwischen völlig neue Medikamente entwickelt, sagt Karliczek. Unter anderem sollen mit dem nun initiierten Förderprogramm klinische Prüfungen vorangetrieben werden.

"Licht am Ende des Tunnels"

Auch zur Impfdebatte äußerte sich die Ministerin: Noch vor einem halben Jahr sei man davon ausgegangen, dass man erst Mitte dieses Jahres mit einer breiten Impfkampagne beginnen könne. Nun sei der Start aber jetzt bereits erfolgt. Die Impfstoff-Entwicklung durch die deutsche Firma BioNTech lobte Karliczek als einen "großartigen Triumph der Wissenschaft".

Die Tage seien derzeit zwar grau, sagte Karliczek: "Wir sehen schon das Licht am Ende des Tunnels." Dazu habe die Wissenschaft entscheidend beigetragen.