Hannover: Tische und Stühle stehen vor einer Pizzeria auf der Lister Meile, die derzeit nur Speisen zum Mitnehmen anbieten kann. | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie in Deutschland Verlängerung für den Teil-Lockdown?

Stand: 20.11.2020 21:16 Uhr

Am kommenden Mittwoch will die Bund-Länder-Runde über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie entscheiden. Lockerungen zeichnen sich nicht ab. Im Gespräch ist offenbar eine Verlängerung des Teil-Lockdowns.

Anfang November trat der Teil-Lockdown in Deutschland in Kraft, angedacht war er zunächst für vier Wochen. Doch daran, dass die verschärften Corona-Maßnahmen zum Monatsende auslaufen, gibt es immer mehr Zweifel. In den anstehenden Bund-Länder-Beratungen zeichnet sich eine Verlängerung des Teil-Lockdowns ab. Nach Medieninformationen unter Berufung auf Länderkreise, könnten die Maßnahmen bis kurz vor Weihnachten verlängert werden. Das berichten etwa die "Berliner Morgenpost", der "Tagesspiegel" und "Business Insider". Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen dürften damit geschlossen bleiben. Geschäfte sollen dagegen im für sie wichtigen Weihnachtsgeschäft offensichtlich öffnen dürfen.

Ist das Infektionsgeschehen nach Weihnachten nicht im Griff, sollen zudem nach Willen der SPD-geführten Länder und einiger CDU-Länder die Winterferien bundesweit bis 10. Januar verlängert werden, berichtet "Business Insider". Zu weiteren Vorschlägen gehörten eine Ausweitung der Mund-Nasen-Bedeckung und neue Maßnahmen im Schulunterricht. Auch sollten die Obergrenzen für Feiern und Treffen in privaten und öffentlichen Räumen weiter abgesenkt werden.

Bundesregierung hätte sich früher mehr gewünscht

Am kommenden Mittwoch wollen die Länderchefs zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Schalte über das weitere Vorgehen entscheiden. Bis Montag wollten Ländervertreter gemeinsame Vorschläge zu den möglichen Maßnahmen ab 1. Dezember erarbeiten.

Ob bei den kommenden Beratungen tatsächlich auch Entscheidungen für die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel getroffen werden, ist unklar. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte jedoch, es sei "kein Geheimnis", dass sich die Bundesregierung bereits bei den jüngsten Gesprächen Anfang dieser Woche "mehr gewünscht hätte". Die Vorbereitungen auf die nächste Bund-Länder-Runde liefen "intensiv". Es werde dabei auch darum gehen, "wie wir Weihnachten und dann auch Silvester ins Auge fassen".

Weil für verlässliche Regeln

Im Vorfeld der Beratungen sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil: "Erleichterungen sind erst dann realistisch, wenn die Zahlen sich nachhaltig verändern." Derzeit seien die Inzidenzwerte aber zu hoch, so der SPD-Politiker im "Handelsblatt". "In fast allen Bundesländern wird der Wert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen klar überschritten."

Weil forderte Klarheit bis ins neue Jahr. "Ziel des bevorstehenden Treffens der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin sollte es daher sein, verlässliche Regelungen zu treffen, die über Weihnachten und Neujahr hinaus reichen", sagte der Regierungschef. Er schlug vor, oberhalb des Wertes 50 überall dieselben Regeln gelten zu lassen. "Das gilt nicht für jedes Detail, aber die Linie muss über die Grenzen der Bundesländer hinweg möglichst klar und einheitlich sein", sagte er. "Sollte sich das Infektionsgeschehen im Laufe des Dezembers in einzelnen Ländern belastbar unterhalb des Schwellenwertes einpendeln, könnte man möglicherweise dort über Lockerungen nachdenken."

Mehr Distanzunterricht für ältere Schülerinnen und Schüler?

Kanzleramtschef Helge Braun sprach sich dafür aus, beim Bund-Länder-Gipfel besonders die Schulen in den Blick zu nehmen. "Was wir für den November beschlossen haben, hat die Infektionsdynamik gebrochen. Aber es hat noch nicht dazu geführt, dass die Zahlen nach unten gehen", sagte Braun dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Nun gehe es vor allem darum, Kontakte zu reduzieren und die hohen Infektionsraten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu senken.

Auch wenn die Länder weiterhin nicht bereit sind, Schulklassen grundsätzlich zu halbieren, soll Berichten zufolge der Präsenzunterricht für ältere Schülerinnen und Schüler weiter heruntergefahren werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. November 2020 um 20:00 Uhr.

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