Straubing: Eine Apothekenangestellte zeigt einer Kundin eine Schutzmaske | dpa

Regelungen der Bundesländer Wo ist die Maske Pflicht?

Stand: 21.04.2020 14:05 Uhr

Die Bundesregierung belässt es bisher bei einer dringenden Empfehlung: In Bussen, Bahnen und in Geschäften sollen Menschen Mundschutz tragen. Viele Bundesländer gehen inzwischen weiter und machen die Maske zur Pflicht - eine Übersicht.

Eine deutschlandweit einheitliche Linie zum Tragen von Gesichtsmasken gibt es noch nicht. Bisher empfiehlt die Bundesregierung den Bürgern nur dringend, eine Maske zu tragen, wenn sie einkaufen gehen oder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Vielen Bundesländern geht diese Regelung nicht weit genug. Die dortigen Landesregierungen haben daher eigene Verfügungen getroffen oder beraten in Kürze darüber. Zudem haben einige Kommunen unabhängig von den Regelungen der Länder eine Maskenpflicht eingeführt. Politiker und Experten betonen jedoch stets

Pflicht in zehn Ländern

In Sachsen gilt bereits seit Montag eine Maskenpflicht in Geschäften und im Nahverkehr. In Thüringen wird der Gesichtsschutz ab Freitag obligatorisch. Das sagte Regierungssprecher Günter Kolodziej dem MDR. Verstöße sollen demnach aber zunächst nicht geahndet werden. In Thüringen hatte zuvor Jena als erste Stadt in Deutschland eine Maskenpflicht eingeführt. Auch im Kreis Nordhausen ist der Gesichtsschutz vorgeschrieben.

Die Bundesländer Bayern und Mecklenburg-Vorpommern haben eine Maskenpflicht ab kommenden Montag beschlossen. Baden-Württemberg folgte dem heute. In Mecklenburg-Vorpommern gilt die Tragepflicht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Taxis, in Bayern und Baden-Württemberg hingegen auch im Einzelhandel.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte nach einer Kabinettssitzung in Stuttgart zur Begründung der landesweiten Pflicht, nach einhelliger Meinung von Experten trügen auch einfache Bedeckungen dazu bei, die Verbreitung des Virus zu hemmen. Die Maskenpflicht sei daher eine geeignete Maßnahme, um die Lockerungen im Alltagsleben zu begleiten. In Baden-Württemberg galt zuvor bereits in den Städten Sulz am Neckar und Kirchheim unter Teck eine Maskenpflicht.

Hamburg schloss sich den Regelungen an. Der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher erklärte, ab kommendem Montag gelte eine Maskenpflicht im Einzelhandel, auf Wochenmärkten und im öffentlichen Nahverkehr. Die bisherigen Empfehlungen zum Tragen von Masken gegen die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie hätten nicht ausreichend gefruchtet, sagte Tschentscher.

Ab Mittwoch kommender Woche führt Schleswig-Holstein eine Maskenpflicht ein. Ministerpräsident Daniel Günther kündigte an, das Kabinett werde morgen einen entsprechenden Beschluss fassen.

Auch in Sachsen-Anhalt hat die schwarz-rot-grüne Landesregierung eine Maskenpflicht verabschiedet. Die Bürger müssen von Donnerstag an beim Einkaufen und beim Fahren mit Bus und Bahn einen Mundschutz tragen.

In Berlin sollen Menschen ab kommender Woche ebenfalls einen obligatorischen Mund-Nasen-Schutz in den öffentlichen Verkehrsmitteln tragen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa beschloss der Senat heute eine entsprechende Maskenpflicht, die jedoch wie in Mecklenburg-Vorpommern nicht für den Einzelhandel gelten soll. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hatte sich bereits in der vergangenen Woche für eine Maskenpflicht "in bestimmten Situationen" ausgesprochen.

Im Kampf gegen das Coronavirus will auch Hessen das Tragen von Masken verpflichtend machen. Das solle für Geschäfte und den öffentlichen Nahverkehr gelten, sagte ein Regierungssprecher. Ab wann die landesweite Maskenpflicht in Kraft tritt, ist noch nicht klar. Bereits seit gestern sind Menschen in Hanau dazu verpflichtet, einen Gesichtsschutz zu tragen.

Auch in Rheinland-Pfalz könnte es eine Maskenpflicht geben. Ministerpräsidentin Malu Dreyer kündigte an, eine solche Regelung könnte möglicherweise zusammen mit der geplanten schrittweisen Wiedereröffnung der Schulen in Kraft treten.

Keine Pflicht in Brandenburg, NRW und Niedersachsen

Brandenburg plant laut Landesgesundheitsministerin Ursula Nonnemacher bislang keine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum. Wichtiger sei weiterhin das Einhalten des Abstandsgebots, sagte die Grünen-Politikerin im ZDF. Sie habe Sorge, dass eine Maske "als Allheilmittel angesehen" werde. Die Landesregierung empfehle aber das Tragen von Masken im öffentlichen Nahverkehr, wo Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden könnten.

Unabhängig davon beschloss die Landeshauptstadt Potsdam heute eine Maskenpflicht ab kommenden Montag.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann lehnte eine Maskenpflicht für sein Bundesland ab. Nordrhein-Westfalen verzichte darauf auch, weil eine flächendeckende Versorgung mit Alltagsmasken durch den Handel derzeit nicht garantiert werden könne, sagte Laumann der "Rheinischen Post". Er setzte daher auf die "Verantwortung jedes Einzelnen". Das Tragen einer Maske bleibt damit eine Empfehlung. Ministerpräsident Armin Laschet hatte gesagt, er setze auf Freiwilligkeit.

Die Stadt Münster hat als erste nordrhein-westfälische Großstadt trotzdem eine Maskenpflicht beschlossen. Sie soll ab nächsten Montag in Läden, auf Märkten, in Bussen und öffentlichen Bereichen der städtischen Verwaltungsgebäude gelten, sagte eine Sprecherin der Stadt. Der städtische Krisenstab habe sich dazu entschieden, weil seit der Wiederöffnung kleinerer Läden mehr Menschen in der Innenstadt unterwegs seien.

Auf Landesebene beschränkt sich auch Niedersachsen vorerst auf das freiwillige Tragen einer Maske. Die Stadt Wolfsburg hat allerdings bereits eine Maskenpflicht eingeführt, Braunschweig will am Sonnabend nachziehen.

Masken richtig tragen

Sowohl in der Empfehlung der Bundesregierung als auch bei allen Regelungen der Bundesländern geht es um das Tragen eines einfachen Gesichtsschutzes. Das kann ein Schal oder Tuch sein, aber auch selbstgenähte oder gekaufte Atemmasken sind zulässig. Wichtig ist vor allem, dass sie Mund und Nase bedecken und der Träger die richtige Anwendung beachtet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. April 2020 um 12:00 Uhr.