Passanten gehen durch die weihnachtlich geschmückte Innenstadt von Moers in Nordrhein-Westfalen. | SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/Shutter

Corona-Pandemie "Jahresend-Lockdown" rückt näher

Stand: 10.12.2020 05:06 Uhr

Wann die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten sich zu ihren nächsten Corona-Beratungen zusammenschalten, steht noch nicht fest. Das Thema schon: Es mehren sich die Forderungen nach einem harten, bundesweiten Lockdown nach Weihnachten.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat angesichts der weiterhin hohen Corona-Zahlen seine Forderung nach einem zweiwöchigen, harten Lockdown ab dem 27. Dezember bekräftigt. Nach Weihnachten sollte der Empfehlung der Wissenschaftsakademie Leopoldina für einen "Jahresend-Lockdown" gefolgt werden, sagte der CDU-Politiker.

Das öffentliche Leben solle dann für 14 Tage heruntergefahren werden, um "die Inzidenzen auf hohem Niveau zu brechen" und im neuen Jahr auf einem niedrigeren Niveau neu beginnen zu können. Ähnlich wie im März müssten alle Geschäfte außer Lebensmittel-Läden schließen. Zum Jahresende entstünde durch solche harten Corona-Schutzmaßnahmen der geringste Schaden für die Wirtschaft und die Gesellschaft, so Laschet.

Auch Söder für "kompletten Lockdown"

Unterstützung bekommt Laschet vom bayerischen Ministerpräsident Markus Söder. Der sprach sich am Abend für einen "kompletten Lockdown" von Weihnachten bis zum 10. Januar aus. "Einfach mal alles runterfahren von den Geschäften bis hin zu den Betriebsferien in vielen Unternehmen. Wenn alle mitmachen, wäre das super. Dann hätten wir knapp drei Wochen, in denen wir einfach Kontakte reduzieren können. Eine bessere Zeit als diese Zeit zwischen Weihnachten und 10. Januar wird man im ganzen Jahr nicht mehr finden", sagte der CSU-Chef in der ZDF-Talkrunde "Markus Lanz".

Bundeseinheitliche Regeln gefordert

Wichtig sei "eine gemeinsame deutsche Antwort" auf die Infektionszahlen, forderte derweil Laschet. Alleingänge von Ländern in dieser Phase seien falsch. Wahrscheinlich ist, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten noch einmal gemeinsam beraten - ein Termin steht aber noch nicht fest, im Gespräch ist der kommende Sonntag oder Montag.

Laschet steht mit seinen Forderungen nicht allein da: Auch Kanzlerin Merkel drang in der Generaldebatte im Bundestag auf einen härteren Lockdown nach Weihnachten bis mindestens zum 10. Januar. Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder hatte sich ebenfalls dafür ausgesprochen, den Vorschlägen der Leopoldina zu folgen, und bereits Verschärfungen verkündet. In Sachsen müssen bereits von kommender Woche an die meisten Geschäfte bis ins neue Jahr hinein schließen. Unterstützung gibt es auch aus Schleswig-Holstein: Ministerpräsident Daniel Günther kündigte am Abend für sein Land einen harten Lockdown ab Weihnachten an.

Gehen die Schulen früher in die Ferien?

Zu der Diskussion gehört auch die Frage, wann die Schulferien beginnen. Merkel forderte, die Schulen sollten bereits am 16. statt am 19. Dezember schließen. Laschet plädierte auch in diesem Punkt für einen Konsens - wies aber darauf hin, dass es dazu unterschiedliche Ansichten gäbe. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, einige Bundesländer befürchteten organisatorische Probleme für die Eltern.

So kommt zum Beispiel aus Niedersachsen Widerspruch. Regierungssprecherin Anke Pörksen sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", ihr Bundesland wolle die Schulen auch weiterhin bis zum 18. Dezember geöffnet lassen. Zurückhaltend äußerte sie sich zudem zu weiteren Lockdown-Plänen: "Ohne den eventuell anstehenden Beratungen vorzugreifen: In den verschiedenen Regionen in Deutschland gibt es sehr unterschiedliche Infektionslagen. Selbstverständlich wird sich die Landesregierung bei weiteren Maßnahmen an der Situation in Niedersachsen orientieren."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Dezember 2020 um 18:00 Uhr.