Leere Stuhlreihen im Konzertsaal des Kulturpalasts in Dresden - sämtliche Veranstaltungen sind gestrichen.  | Bildquelle: dpa

Kanzlerin in Videopodcast Kultur auf Merkels Liste "ganz oben"

Stand: 09.05.2020 13:43 Uhr

Kanzlerin Merkel hat den Kulturschaffenden in Deutschland umfangreiche Hilfe versprochen. Dies stehe "ganz oben auf der Prioritätenliste". Eine Weltklasse-Geigerin will sich zum Sprachrohr armer Künstler machen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Künstlerinnen und Künstlern in der Corona-Krise die Unterstützung der Bundesregierung zugesichert. "Ich weiß, was wir alles vermissen und wie viele Bürgerinnen und Bürger darauf warten, endlich wieder live Ihre kulturellen Angebote erleben zu können", sagte die Kanzlerin in ihrer am Samstag verbreiteten Videobotschaft.

Für die Künstlerinnen und Künstler sei das eine sehr schwere Zeit. Deshalb wolle ihnen die Bundesregierung zusammen mit den Ländern Brücken bauen. Die Kulturlandschaft zu retten habe Priorität. Bei Hilfsprogrammen seien die Bedürfnisse von Künstlern und der Kreativwirtschaft mitgedacht worden, sagte Merkel. Sie verwies auf das Programm für Solo-Selbstständige und deren leichteren Zugang zur Grundsicherung. Kulturstaatsministerin Monika Grütters könne aus ihrem Etat ausfallende Honorare und anderes begleichen.

Konzepte zur Wiedereröffnung von Kulturstätten

"Und wir werden auch weiterhin schauen, welche Unterstützungsmaßnahmen auch in den nächsten Monaten für die Kunst von Notwendigkeit sind", sagte Merkel. Ziel sei, dass die "kulturelle Landschaft auch nach der Überwindung der Pandemie, nach der Überwindung dieses tiefen Einschnitts weiterexistieren kann". Diese anspruchsvolle Aufgabe stehe ganz oben auf der Prioritätenliste.

"Die Zeit läuft uns weg"

Der Deutsche Kulturrat begrüßt die Zusage Merkels für Unterstützung. Diese sei "ein ermutigendes Signal für den nationalen Kulturinfrastrukturfonds", erklärte Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Wörtlich ergänzte er: "Der Kulturbereich steht, so sagt es die Bundeskanzlerin heute 'ganz oben' auf der Prioritätenliste. Das ist eine wichtige Information. Die Zeit läuft uns nämlich weg."

Man brauche Klarheit über den angekündigten nationalen Kulturinfrastrukturfonds, ohne den die kulturelle Infrastruktur in Deutschland nicht erhalten werden könne, so Zimmermann weiter. Bislang fehle aber ein großes nationales Kulturprogramm in der Krise.

"Wir sind Einzelkämpfer"

Stargeigerin Anne-Sophie Mutter hat ihre Corona-Infektion überstanden und will nun Sprachrohr für freiberufliche Künstler sein, die wegen Corona-Beschränkungen um ihre Existenz kämpfen müssten. "Die Musiker, vor allem die an der Armutsgrenze, brauchen Übergangsregelungen, Perspektiven - und Regelungen für Konzerte", sagte Mutter der "Augsburger Allgemeinen". "Man darf uns nicht vergessen", so die Musikerin. Und: "Wir sind nicht die Gastronomie, wir sind Einzelkämpfer. In der Demokratie muss man jetzt eben auch mal aufstehen und laut werden."

Bundesregierung unterstützt Kulturschaffende
Barbara Kostolnik, ARD Berlin
09.05.2020 14:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Mai 2020 um 12:50 Uhr.

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