Schüler | Bildquelle: picture alliance / Rupert Oberh

TUI-Jugendstudie Die Jungen nehmen Rücksicht

Stand: 22.10.2020 15:46 Uhr

In einer neuen Studie geben die meisten jungen Menschen an, sich an die Corona-Beschränkungen zu halten - vor allem aus Solidarität. Ihr Blick in die Zukunft fällt allerdings skeptisch aus.

Von Ingo Bötig, ARD-Hauptstadtstudio

Lieber heute auf ein paar Partys verzichten, um morgen gut leben zu können. So hatte Kanzlerin Angela Merkel im Anschluss an den Corona-Gipfel vor einer Woche an die Jugend appelliert. Und die neue Jugendstudie der TUI-Stiftung zeigt: Die Jugendlichen verhalten sich offenbar solidarisch in der Corona-Pandemie.

Gegenseitig Verantwortung übernehmen

Die Zahlen, die Peter Mannott vom Meinungsforschungsinstitut YouGov vorstellte, untermauern das deutlich: 83 Prozent der Befragten sagen, sie hielten die Corona-Schutzmaßnahmen weitgehend ein - und zwar vor allem, um die Gesundheit anderer zu schützen.

Stella Striegali hat nicht an der Studie teilgenommen, steht aber für die befragte Generation. "Wenn man vor allem im Zuge der Klimakrise auch von den Älteren fordert, dass sie Verantwortung übernehmen für uns, für unser Leben später, dann sollte man jetzt auch Verantwortung übernehmen für das Leben der Älteren, die jetzt wirklich davon betroffen sind", sagt die 20-jährige Studentin aus Berlin.

Pessimusmus wächst

Was die Zukunftsaussichten angeht, hat sich für junge Leute in der Pandemie offenbar wenig geändert. 58 Prozent der Befragten sagen, die seien gleichgeblieben. 26 Prozent finden, sie hätten sich verschlechtert, zehn Prozent meinen sogar, ihre Aussichten hätten sich verbessert. Allerdings ist die Stimmung insgesamt weniger optimistisch als in den Jahren davor. Der Pessismus unter jungen Leuten wächst.

Marcus Spittler vom Wissenschaftszentrum Berlin, der die Jugendstudie begleitet hat, erklärt das so: "Das liegt zum einen daran, dass junge Erwachsene mit einer höheren Wahrscheinlichkeit jetzt schon in einem Beruf arbeiten, der durch die Pandemie verloren gehen könnte."

Orientierung vor der Rushhour des Lebens

Diejenigen jungen Erwachsenen, die beruflich noch auf der Suche seien, befänden sich gerade jetzt in einer besonderen Lebensphase, ergänzt Spittler. "Es ist die Orientierungsphase vor der Rushhour des Lebens. In dieser Phase wird festgelegt, was will ich denn mal machen und welchen Beruf werde ich einschlagen, welche Persönlichkeit werde ich eigentlich." Diese Orientierungsphase sei durch Corona deutlich eingeengt.

Trotzdem schauen die Jungen auch über ihren eigenen Tellerrand. Gefragt, welche für sie die wichtigsten Themen in der EU auch in der Pandemie sind, antworteten die meisten wie schon zuvor: Umwelt- und Klimaschutz und Migration.

Junges Europa – Die Jugendstudie der TUI Stiftung
Ingo Bötig, ARD Berlin
22.10.2020 15:24 Uhr

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