Eine Schülerin der Klasse 3a der Maria-Kunigunda-Grundschule Nour macht den "Lolli-Test". | dpa

Coronavirus in Deutschland RKI empfiehlt Lolli-Tests für Kinder

Stand: 27.07.2021 16:57 Uhr

Auch zum neuen Schuljahr werden Corona-Maßnahmen dazugehören, gleiches gilt für Kitas bundesweit. Dazu zählen Möglichkeiten, Kinder auf eine Infektion zu testen. Das RKI empfiehlt die sogenannte Lolli-Methode.

In den ersten Bundesländern rückt das Ende der Sommerferien allmählich näher - und angesichts der nach wie vor steigenden Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Fällen rückt das Robert Koch-Institut (RKI) auch den Schutz der Kinder in den Fokus.

Darum empfiehlt das RKI den breitgefächerten Einsatz von sogenannten Lolli-Tests in Kitas und Schulen. Bei dieser Variante nehmen die Kinder das Teststäbchen für etwa 30 Sekunden in den Mund. Die so erhaltene Speichelprobe wird mittels PCR-Pooltestung in Laboren auf eine Infektion untersucht.

Zuverlässig und einfacher für Anwendung bei Kindern

Nach Aussage des RKI kann mithilfe der Lolli-Tests eine mittlere und hohe Viruslast "sehr sicher" erkannt werden. Zudem seien diese Tests gegenüber einem Antigen-Schnelltests sensitiver. Die Sensitivität gibt an, wie viele Kranke tatsächlich als krank erkannt werden.

Die Art des Testens sei außerdem weniger invasiv als beispielsweise ein Nasenabstrich und werde daher von Kindern, Eltern und dem Personal gut angenommen. Darum könne die Lolli-Methode "eine Grundlage für ein breit anwendbares und systematisches Testkonzept in Kitas und Schulen" sein, heißt es vom RKI weiter.

Positiver Testlauf in Köln

Den ersten Probelauf mit einer umfassenden Anwendung der Lolli-Methode hatte von März bis Mai die Stadt Köln durchgeführt. Rund 30 Kitas beteiligten sich damals an dem Testlauf, anschließend zogen sowohl die Stadt als auch die Uniklinik in Köln ein positives Fazit. Daraufhin wurden die Lolli-Tests in allen Kölner Kitas und Schulen eingeführt. Seit Mai werden sie auch an allen Grund- und Förderschulen in Nordrhein-Westfalen verwendet.

Inzidenz steigt weiter

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist derweil erneut gestiegen. Sie liegt jetzt bei 14,5, wie das RKI unter Berufung auf die Gesundheitsämter mitteilte. Vor einer Woche hatte die Inzidenz noch 10,9 betragen, gestern lag der Wert bei 14,3. Beim Tiefststand vom 6. Juli war der Wert noch mit 4,9 angegeben worden.

In elf Bundesländern liegt die Inzidenz inzwischen wieder über 10,0, am höchsten ist sie in Hamburg (26,8), gefolgt von Berlin (24,8) und dem Saarland (22,8). In Sachsen-Anhalt (3,3), Sachsen (4,8), Brandenburg (5,0), Mecklenburg-Vorpommern (5,2) und Thüringen (5,8) wurden in den vergangenen sieben Tagen weniger als zehn Fälle je 100.000 Einwohner gemeldet.

1545 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1545 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1183 gelegen. Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 38 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet. Vor einer Woche waren es 34.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.758.401. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt bei 91.565. Als genesen gelten 3.647.700 Menschen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. Juli 2021 um 11:45 Uhr.

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Moderation 27.07.2021 • 19:43 Uhr

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