Jens Spahn | Bildquelle: FILIP SINGER/EPA-EFE/Shutterstoc

Corona-Pandemie Spahn dringt auf Erfolge vor Weihnachten

Stand: 30.11.2020 19:08 Uhr

Noch vor Weihnachten will Spahn einen Rückgang der Corona-Zahlen erreichen - auch auf den Intensivstationen. Dort sprechen die Ärzte von einer "absoluten Ausnahmesituation". Die Kanzlerin warnt unterdessen vor einer dritten Welle.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt im Kampf gegen die Corona-Pandemie darauf, mit den weiteren Alltags-Beschränkungen den Anstieg der Zahlen noch im Dezember umzukehren. Er wolle eigentlich schon sehen, "dass wir vor Weihnachten niedrigere Zahlen haben", sagte er. Das gelte für die Infektionszahlen genauso wie auf den Intensivstationen.

Nachdem mittlerweile schon relativ lange - seit zwei bis drei Wochen - eine Seitwärtsbewegung zu sehen sei, gelte es, die Neuinfektionen tatsächlich herunterzubringen. Genau dem dienten die weiteren Maßnahmen von Bund und Ländern, so Spahn. Nur damit könne es gelingen, auf den Intensivstationen zu einer Entlastung zu kommen.

Intensivmediziner: "So noch nie erlebt"

Intensivmediziner hatten die Bevölkerung zuvor eindringlich gemahnt, sich an die Schutzmaßnahmen zu halten. "Wir sind in einer absoluten Ausnahmesituation, die wir in der Geschichte der Intensivmedizin so noch nie erlebt haben", sagte Gernot Marx von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Jede Gruppe, die sich aktuell nicht treffe, trage vielleicht dazu bei, dass ein paar mehr Menschen überlebten. Seiner Meinung nach hätten die vereinbarten Lockdown-Maßnahmen noch schärfer ausfallen müssen. Die Pandemie führe ihn und seine Kollegen derzeit an die Belastungsgrenze.

Spahn sagte, er nehme die Situation auf den Intensivstationen sehr ernst. Zwar berichteten Mediziner, dass sie mit der Zahl der Covid-Patienten dort Stand heute umgehen könnten, aber eben nur unter großem Stress für alle Beteiligten wie Ärzte, Pflege- und Reinigungskräfte. Es dürfe kein Dauerzustand werden, dass sie womöglich für den ganzen Winter unter so großer Anspannung stünden.

Merkel warnt vor dritter Welle

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte die Bevölkerung bei einem Bürgerdialog mit Polizisten zu Vorsicht. Sie warnte, dass es eine dritte Welle geben könnte. "Wir werden im Winter noch sehr, sehr vorsichtig sein müssen", sagte die CDU-Politikerin.

Sie betonte aber auch, dass die Einschränkungen vorübergehend seien. Manche Menschen hätten in der Corona-Krise "Sorgen, dass sich das ewig hinzieht" und dass dauerhaft Rechte eingeschränkt werden sollten. Sie könnte versichern: "Das ist nicht so."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. November 2020 um 20:00 Uhr.

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