Zwei Hände halten eine Ampulle mit dem Medikament Remdesivir | AP

Infektiologe zu Remdesivir "Mehr als ein Anfang"

Stand: 02.05.2020 22:22 Uhr

Im Eiltempo hat Remdesivir in den USA eine Ausnahmegenehmigung für den Covid-19-Einsatz bekommen. Im tagesthemen-Interview setzt auch der deutsche Infektiologe Christoph Spinner Hoffnungen in das Medikament.

Covid-19-Patienten in US-amerikanischen Kliniken dürfen künftig in bestimmten Fällen mit dem Medikament Remdesivir behandelt werden. Dafür gab es von der Arzneimittelbehörde FDA eine Ausnahmegenehmigung in Rekordzeit. Auch deutsche Forscher setzen Hoffnungen in das Medikament.

Laut Christoph Spinner, Infektiologe am Münchner Klinikum Rechts der Isar, der mit Remdesivir gearbeitet hat, ist es das erste Arzneimittel, das in Studien einen positiven Einfluss auf den Verlauf von Covid-19 gezeigt hat. Die Behandlungsdauer der Patienten konnte von 15 auf elf Tage verkürzt werden. "Das ist mehr als ein Anfang", sagte Spinner in den tagesthemen. Die Studien seien belastbar und zeigten auch, dass das Medikament im Allgemeinen gut verträglich ist, auch wenn die Erforschung der Nebenwirkungen noch nicht abgeschlossen sei.

Doch auch wenn Remdesivir in den USA nun per Ausnahmegenehmigung zugelassen ist - nicht zu verwechseln mit einer formellen Zulassung, hat das zunächst keine direkten Auswirkungen auf europäische Patienten. Die europäische Arzneimittel-Zulassungsbehörde leitete jedoch bereits Ende April ein eigenes Prüfverfahren zu Remdesivir ein. Unter Berücksichtigung beschleunigter Verfahren könnte das Medikament nach Spinners Einschätzung idealerweise schon in einigen Wochen auch in Europa zugelassen werden.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 02. Mai 2020 um 23:15 Uhr.

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KOMMENTARE

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Sisyphos3 02.05.2020 • 23:58 Uhr

23:21 von Sternenkind

Nun auch noch ein wirksames Medikament . wer sagt das ? ein Medikament dass möglicherweise den Krankheitsverlauf etwas verkürzen kann nicht mehr nicht weniger