Eine Person läuft durch das fast leere Impfzentrum Tegel.  | dpa

Corona-Krise in Deutschland Impfziel der Regierung klar verfehlt

Stand: 31.01.2022 11:19 Uhr

80 Prozent der Deutschen sollten bis Ende Januar wenigstens einmal gegen das Coronavirus geimpft sein. Obwohl die Bundesregierung das Ziel bereits um Wochen verschoben hatte, wird es auch jetzt nicht erreicht.

Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, bis Ende Januar mindestens 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus zu impfen, ist außer Reichweite.

Bis einschließlich Sonntag wurden 75,8 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal gegen Corona geimpft, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Das Ziel von 80 Prozent sollte allerdings ursprünglich bereits am 7. Januar erreicht werden.

Die Quote derjenigen, die vollständig geimpft sind, liegt demnach bei 74 Prozent. Den Zahlen zufolge sind 20,2 Millionen Menschen in Deutschland weiterhin nicht gegen Corona geimpft. Davon sind vier Millionen zwischen null und vier Jahre alt - für sie steht kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

Der größte Teil der momentan verabreichten Impfungen sind Auffrischungen. So wurden den Ministeriumszahlen zufolge am Sonntag etwa 63.000 Impfdosen verbraucht, davon 40.000 für Booster.

"Nicht in dem Tempo, das notwendig wäre"

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte sich vergangene Woche schon unzufrieden mit dem Fortschritt der Impfungen gezeigt. Es laufe "nicht in dem Tempo, das notwendig wäre", sagte Scholz.

Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen sagte: "Wir kommen in Deutschland erkennbar nicht mit genügend Tempo vom Fleck." Es seien auch von Ländern und Kommunen noch intensivere Anstrengungen nötig, damit sich mehr bisher ungeimpfte Menschen impfen lassen.

Quoten in Ländern sehr unterschiedlich

Die Impfquoten der Bundesländer unterscheiden sich weiterhin erheblich. So sind in Bremen 86,7 Prozent der Einwohner vollständig geimpft, in Sachsen lediglich 62,7 Prozent. Im Saarland sind 60,8 Prozent der Menschen bereits geboostert, in Sachsen lediglich 42,4 Prozent. Bundesweit liegt diese Quote bei 52,8 Prozent.

Die tatsächlichen Impfquoten in Deutschland könnten allerdings höher sein, als aus den offiziellen Daten hervorgeht. Laut Robert Koch-Institut (RKI) kann "eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden". Das RKI geht deshalb davon aus, "dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt", als in den offiziellen Mitteilungen angegeben.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 31. Januar 2022 um 11:30 Uhr in den Nachrichten.