Spritzen mit dem Corona-Impfstoff Comirnaty von BioNTech-Pfizer. | dpa

Hohe Corona-Zahlen Impfnachfrage steigt wieder

Stand: 08.11.2021 18:11 Uhr

In einigen Bundesländern zieht die Impfbereitschaft an. Inwieweit das mit hohen Infektionszahlen, regional verschärften Corona-Regeln oder mit Auffrischungsimpfungen zusammenhängt, ist aber noch nicht eindeutig feststellbar.

Die Corona-Infektionszahlen erreichen neue Höchststände, die Sieben-Tage-Inzidenz hat den Wert von 200 überschritten: Für einige Menschen offenbar ein Anlass, sich doch noch für eine Impfung gegen das Coronavirus zu entscheiden oder ihren Impfschutz durch eine dritte Dosis aufzufrischen. Mehrere Bundesländer verzeichneten nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa zuletzt eine steigende Impfnachfrage. In Sachsen seien die 30 mobilen Impfteams an der Belastungsgrenze, erklärte das Deutsche Rote Kreuz auf Anfrage der dpa. Statt der geplanten 3000 Impfungen seien am Samstag 4500 verabreicht worden. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) will die Kapazität dieser Impfteams verdoppeln.

In Baden-Württemberg meldete die Kassenärztliche Vereinigung ebenfalls neues Interesse an Corona-Impfungen. Deren Zahl sei in den vergangenen vier Wochen kontinuierlich gestiegen. Lag sie den Angaben zufolge Anfang Oktober noch bei 85.000 Dosen in einer Woche, so stieg sie auf zuletzt 107.000. Davon waren in der vergangenen Woche rund 65.000 Erst- und Zweitimpfungen und 42.000 Auffrischungsimpfungen.

Verschärfte Corona-Regeln als Anreiz?

Sachsen hatte mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 491,3 Neuinfektionen am Montag den höchsten Wert aller Bundesländer. Wegen der dramatischen Entwicklung gilt dort nun die sogenannte 2G-Regel unter anderem für Gaststätten. Das heißt, nur Genesene und Geimpfte haben Zutritt, ein negativer Test reicht nicht. Auch in Baden-Württemberg steht die 2G-Regel zur Debatte. Ob solche Einschränkungen für Ungeimpfte oder aber die steigenden Fallzahlen die Nachfrage nach Impfungen beleben, ist unklar. Auch die inzwischen vom Bundesgesundheitsministerium empfohlenen Auffrischungsimpfungen könnten eine Rolle spielen.

Niedersachsen lag mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 104,7 am Montag weit unter dem Bundesdurchschnitt von 201,1. Doch auch dort wächst die Nachfrage nach Impfungen. In der vergangenen Woche seien deutlich mehr Menschen geimpft worden als in der Vorwoche, erklärte die Kassenärztlichen Vereinigung. Die Zahl stieg von knapp 70.000 auf rund 110.000. Vor allem Auffrischungsimpfungen nähmen Fahrt auf, aber auch Erst- und Zweitimpfungen nähmen zu. Die Kassenärztliche Vereinigung geht davon aus, dass Regeln wie 2G dazu führen, dass sich manche Menschen nun doch für eine Corona-Impfung entscheiden.

Bundesweit 67,1 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

Bundesweit sind mittlerweile 67,1 Prozent der Bevölkerung (55,8 Millionen Menschen) vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. 69,7 Prozent (58 Millionen Menschen) sind mindestens einmal geimpft. Rund 2,7 Millionen Menschen haben nach Angaben des RKI zusätzlich eine Auffrischungsimpfung, eine sogenannte Booster-Impfung, erhalten.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Die Impfquote variiert regional erheblich: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 81,4 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Es folgen das Saarland, Hamburg und Schleswig-Holstein. Bis auf Sachsen (59,3 Prozent) haben alle Bundesländer die 60-Prozent-Marke überschritten. Bremen zählt mit 78,7 Prozent ebenfalls den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen ist hier mit 57,1 Prozent am Ende der Rangliste.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. November 2021 um 14:00 Uhr.