Ein Patient wird in einer Arztpraxis in Dresden geimpft. | Bildquelle: dpa

Coronavirus So weit ist die Impfstoff-Entwicklung

Stand: 18.03.2020 16:52 Uhr

Das Robert Koch-Institut hat Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gegen das Coronavirus gedämpft - obwohl es vom Unternehmen CureVac hieß, möglicherweise bereits im Herbst einen liefern zu können. Doch bis zur Zulassung ist der Weg lang.

Von Anja Braun, SWR

Für Verwirrung sorgt die Aussage von Dietmar Hopp, dem Mehrheitseigentümer des Tübinger Pharmaunternehmens CureVac, dass bereits im Herbst ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte. CureVac will im Frühsommer mit klinischen Tests beginnen. Hopp setzt darauf, dass die Genehmigung durch die Behörden rascher erfolgt als in anderen Fällen.

Aktueller Stand der weltweiten Corona-Forschung
Morgenmagazin, 19.03.2020, Andreas König, RBB

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Paul-Ehrlich-Institut rechnet frühestens 2021 mit Impfstoff

Allerdings ist für die Zulassung des Impfstoffs am Ende das Paul-Ehrlich-Institut als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zuständig. Es setzt darauf, dass selbst bei höchster Geschwindigkeit und positiven Ergebnissen in der Forschung frühestens im Frühjahr 2021 ein Impfstoff gegen das Coronavirus und damit die Lungenkrankheit Covid-19 bereit steht. Immerhin muss ein Impfstoff auf seine Sicherheit und Wirksamkeit hin ausgetestet werden, bevor er an alle Menschen verteilt wird.

Gefährdete könnten im Rahmen von Studien früher geimpft werden

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, geht davon aus, dass 2021 Impfstoff-Studien mit Zehntausenden Probanden anlaufen könnten. Unter bestimmten Voraussetzungen sei es dann möglich, bereits im Rahmen dieser Studien bestimmte Bevölkerungsgruppen zu impfen und dadurch vor Covid-19 zu schützen.

Offenbar hat Dietmar Hopp die Impfstoffentwicklung seines Unternehmen CureVac so positiv eingeschätzt, dass er damit rechnet, bereits im Herbst die Studienphase mit mehreren tausend Probanden durchlaufen zu können. Das könnte Hopp mit der Bereitstellung des Impfstoffes gegen das Coronavirus gemeint haben. Doch selbst wenn dieses sehr positive Szenario eintritt, wäre damit noch kein Impfstoff für die ganze Bevölkerung verfügbar.

Erste Phase-I-Studie in den USA

Inzwischen berichteten Wissenschaftler aus Seattle vom Start der ersten klinischen Phase-I-Studie für einen potenziellen Impfstoff gegen das Coronavirus. Vier Erwachsene erhielten ihre erste Injektion eines experimentellen Impfstoffs. Insgesamt soll zunächst eine Gruppe von 45 Menschen damit geimpft werden. Den Impfstoff hat das Biotechnologieunternehmen Moderna aus Cambridge gemeinsam mit dem US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) entwickelt.

Das Team von Moderna hatte bereits an einem Impfstoff für ein ähnliches Coronavirus gearbeitet. Deshalb konnten die Wissenschaftler so rasch einen Impfstoff gegen Covid-19 identifizieren. Innerhalb von drei Monaten erwarten die Forscher erste Daten aus den klinischen Studien. Trotzdem geht die US-amerikanische Behörde NIAID davon aus, dass es ein Jahr dauern wird, bis der Impfstoff für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Warum dauert ein Impfstoff für alle so lange?

Denn ein neuer Impfstoff muss sicher sein für alle Menschen. Deshalb wird er auf verschiedenen Stufen getestet:

  • In der vorklinischen Phase wird ein Impfstoff zunächst an Tieren getestet.

  • Wenn die Ergebnisse vielversprechend sind, wird in der klinischen Phase I zunächst an einer kleinen Gruppe Freiwilliger getestet, ob der Impfstoff sicher ist und keinen Schaden anrichtet.

  • In der Phase II wird dann an mehreren tausend Menschen getestet, ob der Impfstoff auch beim Menschen die gewünschte Wirkung zeigt. Außerdem wird getestet, welche Dosis ein Mensch braucht, um eine Immunantwort auf das Virus zu entwickeln.

  • In der Phase III werden schließlich bis zu 20.000 Menschen getestet. Hier wird erforscht, wie der Impfstoff auf eine große Menge Menschen wirkt, um die Dosierung noch genauer einstellen zu können. Zudem werden dann auch die Nebenwirkungen und Risiken ermittelt.

  • Im Anschluss überprüfen die Behörden, ob die Tests korrekt durchgeführt wurden. Dann wird die Zulassung für den Impfstoff in Deutschland durch das Paul-Ehrlich-Institut erteilt.

Zur Zeit wird alles versucht, um dieses Prozedere möglichst schnell voranzutreiben. So werden mehrere Studien in der klinischen Phase parallel laufen. Es ist auch möglich, einen Impfstoff bereits nach den klinischen Studien zu benutzen - selbst wenn er noch nicht offiziell zugelassen ist. Das wurde zum Beispiel beim Ebola-Impfstoff so gemacht.

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