Ein Mann hält eine Gesundheitskarte der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in der Hand, während er am Telefon eine Nummer wählt. | dpa

Gesundheitsministerkonferenz Krankschreibung per Telefon soll verlängert werden

Stand: 17.01.2022 22:25 Uhr

Die Gesundheitsminister der Länder wollen die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung verlängern, um Praxen in der Omikron-Welle zu entlasten. Zu einer möglichen Priorisierung bei PCR-Tests gab es noch keinen konkreten Beschluss.

Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder haben den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten mit Blick auf die schnelle Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus Unterstützung zugesagt. In einer Videoschalte baten die Ressortchefs und -chefinnen das Bundesgesundheitsministerium, die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung bei Atemwegserkrankungen zu verlängern.

Die Ärztinnen und Ärzte bräuchten diese Unterstützung, "damit sie nicht von Patienten überrollt werden", sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne nach den Beratungen. Die SPD-Politikerin ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK).

Auch Konsultationen weiterhin digital

Zudem soll es weiterhin möglich sein, dass ärztliche und psychotherapeutische Konsultationen digital erfolgen. Auch einen Rettungsschirm für Praxen soll es geben, wenn diese einen hohen Personalausfall haben oder nicht akute Behandlungen verschoben werden müssten. Das Bundesgesundheitsministerium soll zudem die Kostenübernahme bei der Aufnahme ausländischer Patienten in Deutschland klären.

Die Verkürzung des Corona-Genesenenstatus von sechs auf drei Monate war in der Schalte ebenfalls Thema. Die Länder-Ressortchefs und -chefinnen baten das Bundesgesundheitsministerium, Übergangsregelungen für betroffene Personen zu erarbeiten. Diese seien insbesondere für gebuchte Reisen und für den Zugang zu Veranstaltungen notwendig, sagte Grimm-Benne. "Das ist als Problemstellung erkannt worden."

Weitere Omikron-Modellrechnungen angekündigt

Nach Angaben von Grimm-Benne kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in der Schalte an, dass weitere Modellrechnungen durchgeführt würden, wie schnell sich Omikron in Deutschland verbreiten werde. Derzeit gehe man von einer Verdopplung der Zahlen alle sechseinhalb Tage aus, sagte Grimm-Benne. Die Ergebnisse sollen am Wochenende in einer weiteren Konferenz der Gesundheitsminister und Gesundheitsministerinnen diskutiert werden.

Änderungen könnte es demnächst auch bei der Teststrategie geben, um einer Überlastung der Laborkapazitäten entgegenzuwirken. Eine Freitestung aus der Quarantäne oder Isolation soll grundsätzlich mit einem Schnelltest statt einem PCR-Test durchgeführt werden. Lediglich bei Beschäftigten der kritischen Infrastruktur wie in Pflegeheimen und Krankenhäusern soll in diesen Fällen noch ein PCR-Test erfolgen. Wer in Quarantäne müsse, habe jedoch weiterhin Anspruch auf einen PCR-Test, sagte Grimm-Benne.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Januar 2022 um 23:00 Uhr.