Ein Mann trägt am Strand von Torremolinos Sonnencreme auf.  | dpa

Corona-Bestimmungen Deutschland lockert Einreise-Regeln

Stand: 13.05.2021 08:39 Uhr

Die Infektionszahlen in Deutschland gehen zurück, das erhöht den Spielraum für Lockerungen. Auch Reisen wird ab heute leichter - nicht nur für vollständig Geimpfte und Genesene.

Für Urlaubsrückkehrer und andere Einreisende nach Deutschland gelten von heute an bundesweit einheitliche Corona-Regeln. Für vollständig Geimpfte und Genesene fallen Vorgaben zu Quarantäne und Test-Erfordernissen weg - es sei denn, sie kommen aus einem Gebiet mit neuen, ansteckenderen Virusvarianten.

Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, können sich der neuen Einreiseverordnung der Bundesregierung zufolge freitesten, wenn sie aus einem Risikogebiet kommen. Dafür reicht ein Antigentest, der nicht älter ist als 48 Stunden - oder ein PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Damit entfällt die bisher übliche Quarantäne von zehn Tagen nach Einreise. Der Nachweis soll auch in der digitalen Einreiseanmeldung möglich sein.

Diese Änderung ist aus Sicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eine Erleichterung für Reisende, die das Infektionsrisiko insgesamt aber nicht erhöht - im Gegenteil. "Für die Pandemie-Bekämpfung ist ein Testergebnis schwarz auf weiß allemal besser als eine Quarantäne, die - wenn überhaupt - nur sporadisch überprüft wird", sagte Seehofer. Er begrüße die Überarbeitung der Einreiseverordnung deshalb ausdrücklich.

Quarantäne für Hochrisiko- und Mutationsgebiete bleibt

Die Regelung soll auch Reisen im Sommer in Europa erleichtern, etwa wenn geimpfte Eltern zusammen mit nicht geimpften Kindern reisen.

Bei der Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten soll es allerdings dabei bleiben, dass die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzt werden kann. Rückkehrer aus Virusvariantengebieten müssen weiter für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, die nicht per Test verkürzt werden kann. Zudem gelten als geimpft nur diejenigen, die mit einem in der EU zugelassenen Vakzin geimpft sind. Das sind derzeit die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson - und zwar zwei Wochen nach der letzten, meist zweiten Impfung.

Wie Reiseländer für deutsche Urlauber eingestuft werden, ist auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zu sehen. Zentraler Faktor für die Einstufung als Risikogebiet sind mehr als 50 gemeldete Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Daneben gibt es Hochinzidenzgebiete ab der Schwelle von 200 sowie Virusvariantengebiete mit neuen Mutationen.

Der Deutsche Reiseverband sprach von einem "Signal der Zuversicht", das Urlaubern und Anbietern wieder eine positive Perspektive eröffne. "So haben auch diejenigen, die noch keine Möglichkeit hatten, geimpft zu werden, die Möglichkeit, ohne Quarantäne zu verreisen", sagte Präsident Norbert Fiebig. Jedoch verlängere die Bundesregierung auch die Ende März eingeführte generelle Testpflicht für Einreisen per Flugzeug.

Lauterbach fordert strenge Tests an Flughäfen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich mit Blick auf den Sommer zuversichtlich, richtete aber auch mahnend den Blick auf den Herbst. "Die Zahlen entwickeln sich sehr positiv. Einem entspannten Sommer mit deutlichen Lockerungen steht nichts mehr entgegen, wenn wir jetzt nicht unvorsichtig werden", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". "Um jedoch eine vierte Welle im Herbst zu verhindern, müssen wir Vorkehrungen insbesondere für Reiserückkehrer treffen", fügte er hinzu.

Mindestens 20 Prozent der Bevölkerung würden auf absehbare Zeit ohne Schutz sein, weil sie sich nicht impfen lassen können oder wollen. "Wir brauchen deswegen schon jetzt strenge Tests an den Flughäfen und eine Quarantäne der Reisenden, bis das Testergebnis vorliegt für diejenigen, die aus Mutationsgebieten kommen", forderte der SPD-Politiker.

Auch das Robert Koch-Institut mahnte am Mittwoch zur Geduld. "Bei aller Zuversicht dürfen wir bitte eines nicht vergessen: Diese Pandemie ist ja nicht vorbei", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Es erkrankten nun vor allem die Jüngeren, darunter viele Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene. Und es gebe noch immer rund 1000 Todesfälle pro Woche. "Die Situation ist weiter ernst."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. Mai 2021 um 07:20 Uhr.