Eine rote Ampel vor dem Brandenburger Tor in Berlin | dpa

Corona-Pandemie Wieder mehr als 4000 Neuansteckungen

Stand: 09.10.2020 07:20 Uhr

Der sprunghafte Anstieg der Neuinfektionen in Deutschland war kein Ausreißer. Heute stieg die Zahl um 4516. Weil vor allem Großstädte betroffen sind, will Kanzlerin Merkel heute mit den Bürgermeistern beraten.

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist erneut stark angestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete heute ein Plus von 4516 neuen Fällen. Davon verzeichnete Nordrhein-Westfalen mit mehr als 1000 den größten Anteil, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils etwa 650 Neuansteckungen.

Coronavirus Neuinfektionen |

Nach Angaben des RKI müssen derzeit auch mehr Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Deren Zahl stieg demnach auf 487, von denen 239 beatmet werden müssen. Elf weitere Menschen starben nach einer Corona-Infektion. Seit Beginn der Pandemie haben sich hierzulande bisher 314.660 Menschen mit dem Virus angesteckt.

Die Infektionszahlen steigen derzeit in allen Bundesländern, besonders betroffen sind aber die Großstädte. Zuletzt hatten Berlin, Bremen und Frankfurt am Main die kritische Grenze von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschritten. Auch München vermeldet einen starken Anstieg, Köln und Essen lagen zuletzt noch knapp unter der Schwelle.

Besorgnis über Entwicklung

RKI-Präsident Lothar Wieler zeigte sich besorgt über die aktuelle Entwicklung. "Es ist möglich dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet", sagte er gestern bei einer Pressekonferenz in Berlin. Es steckten sich derzeit auch wieder vermehrt ältere Menschen an und das könne dazu führen, dass es mehr schwere Krankheitsverläufe gebe. Die Krankenhäuser in Deutschland bereiten sich zwar derzeit auf eine mögliche neue Welle von Corona-Patienten vor, Experten warnen vor Engpässen in den Kliniken.

Grafik Landkreise an den Corona-Grenzwerten, Stand 09.10.20 |

Angesichts der aktuellen Lage berät Bundeskanzlerin Angela Merkel heute mit den Verantwortlichen der elf größten deutschen Städte. An der Videokonferenz werden nach Angaben eines Regierungssprechers Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart teilnehmen.

Städtetagspräsident Burkhard Jung bezeichnete den rasanten Anstieg von Neuinfektionen als Alarmzeichen. "Die Städte tun alles, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Sollten die Fälle aber weiter so ansteigen, würden auch die Gesundheitsämter an ihre Grenzen kommen.

Kanzleramtschef Helge Braun warnte vor dem Städtegipfel vor einer Verschärfung der Lage. In der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" sagte er, man müsse erreichen, dass Corona-Kontakte vollständig nachvollziehbar seien. In einigen Hotspots gelinge das nicht mehr.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Oktober 2020 um 09:00 Uhr.