Zur Eskalation in Chemnitz "Rechtsextreme in Sachsen lange toleriert"

Stand: 28.08.2018 13:26 Uhr

Wieso jagen Menschen Ausländer durch Chemnitz? Wieso zeigen so viele Menschen offen Hass? Rechtsextremismus sei in Sachsen lange nicht ernst genug genommen worden, sagte Sozialpsychologe Asbrock im tagesschau24-Gespräch.

Angesichts der Ausschreitungen in Chemnitz wird die Frage laut, wie es zu solchen pogromartigen Demonstrationen kommen kann. Sozialpsychologe Frank Asbrock von der TU Chemnitz sagt, dass es in seiner Stadt ein sehr großes Mobilisierungspotenzial in der rechten Szene gegeben habe. Man habe es sehr schnell geschafft, viele Menschen zusammenzutrommeln - auch von relativ weit her. Die Polizei sei auf die Menge der Demonstranten nicht vorbereitet gewesen.

Chemnitz sei nicht anfälliger für solche Eskalationen als jede andere Stadt in Sachsen. Im Bundesland Sachsen gebe es ein Klima der Feindseligkeit gegenüber Migrantinnen und Migranten, das "sicherlich stärker ist als in anderen Bundesländern". Ein solches Klima werde eher toleriert als anderswo.

Sozialpsychologe Frank Asbrock, TU Chemnitz: Rechtsextreme wurden in Sachsen lange toleriert
tagesschau24 12:00 Uhr, 28.08.2018

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Rechte Tendenzen nicht genügend ernst genommen

Diese Entwicklung sei zustande gekommen, weil rechte Tendenzen oder rechtsextreme Gruppen in Sachsen lange ignoriert oder verleugnet wurden. Dies wurde von der Politik nicht genügend ernst genommen.

Es gebe auch viele Menschen, die sich dagegen positionieren. Diesen werde es aber schwer gemacht, weil sie keine einfachen Antworten auf die Probleme der Bevölkerung geben könnten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. August 2018 um 12:00 Uhr.

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