Blumen wurden nach der tödlichen Auseinandersetzung in Chemnitz auf der Brückenstraße niedergelegt. | Bildquelle: dpa

Getöteter Daniel H. aus Chemnitz Ermittler suchen dritten Tatverdächtigen

Stand: 04.09.2018 13:49 Uhr

Bisher waren die Ermittler im Fall des in Chemnitz getöteten Deutsch-Kubaners Daniel H. von zwei Verdächtigen ausgegangen. Nun wird nach einem dritten Mann gefahndet. Innenminister Seehofer räumte Fehler im Fall ein.

Mehr als eine Woche nach der tödlichen Messerattacke von Chemnitz ist ein dritter Mann der Mittäterschaft dringend tatverdächtig. "Das Amtsgericht Chemnitz hat heute Vormittag diesen Haftbefehl erlassen", sagte der sächsische Generalstaatsanwalt Hans Strobl. Das Amtsgericht ordnete eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Mann an. Der Gesuchte sei ein Asylbewerber aus dem Irak.

Identität von zwei Tatverdächtigen ungeklärt

Unterdessen ist die Herkunft der beiden bereits verhafteten Tatverdächtigen ungeklärt. Bisher hatten die Behörden die beiden als Iraker und Syrer bezeichnet. Das Bundesinnenministerium teilte jedoch mit, dem mutmaßlichen Syrer sei im September 2015 "im schriftlichen Verfahren die Anerkennung als Flüchtling gewährt" worden. Seine Angaben zur Identität beruhten auf einer Selbstauskunft. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sei aktuell dabei, diese Angaben von Alaa S. "im Rahmen des laufenden Widerrufsverfahrens" zu verifizieren.

Der Tatverdächtige Yousif A. habe bei der Anhörung im Asylverfahren im November 2017 einen irakischen Personalausweis sowie weitere Dokumente vorgelegt, die sich später als "Totalfälschungen" entpuppt hätten.

Horst Seehofer | Bildquelle: dpa
galerie

Innenminister Seehofer räumte Fehler des BAMF ein.

Seehofer räumt Fehler ein

Der Fall bringt Innenminister Horst Seehofer in Erklärungsnot. Im Rahmen seines Asylverfahrens habe es Versäumnisse bei der Kommunikation zwischen den Behörden und Verzögerungen bei der Überprüfung der Dokumente gegeben, erklärte Seehofer.

Seehofer räumte außerdem ein, dass die Untersuchung der von dem Mann vorgelegten Dokumente "zu lange gedauert" habe. Dies sei darauf zurückzuführen, dass das BAMF über zu wenige hochspezialisierte Dokumentenprüfer verfüge. Seehofer verwies darauf, dass er sich als Bundesinnenminister bereits vor Monaten für mehr Personal eingesetzt habe, damit die Überprüfung deutlich schneller erfolgen kann.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. September 2018 um 14:00 Uhr.

Darstellung: