Angela Merkel auf dem Karlsruher CDU-Parteitag | Bildquelle: AP

CDU-Vereinigungen Merkel-Nachfolge - wer ist für wen?

Stand: 01.11.2018 13:29 Uhr

Junge CDU-ler für Spahn, Mittelständler für Merz, Frauen für AKK? Wie stehen die verschiedenen Partei-Vereinigungen der CDU zu den Kandidaten - und wie mächtig sind diese Vereinigungen?

Von Sabine Müller, ARD-Hauptstadtstudio

Man könnte es den sieben offiziellen Vereinigungen der CDU nicht verdenken, wenn sie ein bisschen frustriert wären. Den großen Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung der Partei hatten sie in den vergangenen Jahren nicht.

Jetzt aber, in der Merkel-Nachfolgedebatte, wollen sie ein gehöriges Wörtchen mitreden - bei der Ausgestaltung des Bewerbungsverfahrens und bei der Wahl. Unter anderem sollen sich die Kandidaten nicht nur auf Regionalkonferenzen vorstellen, sondern am besten auch bei den Vereinigungen selbst.

Friedrich Merz | Bildquelle: dpa
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Politik-Rückkehrer Friedrich Merz und sein Konkurrent ...

Gesundheitsminister Jens Spahn | Bildquelle: dpa
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... Jens Spahn haben Unterstützer in der JU und bei den Mittelständlern

Wie viel Macht haben die einzelnen Gruppen und wie stehen sie zu den Kandidaten?

Junge Union und Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung: Sie gelten als die einflussreichsten CDU-Gruppierungen. Ihre Spitzen haben sich noch nicht auf einen Kandidaten festgelegt. Jens Spahn wird sicher auf viele Stimmen aus diesem Lager hoffen, denn auf JU-Chef Paul Ziemiak oder Mittelstands-Chef Carsten Linnemann konnte er sich bisher eigentlich immer verlassen. Allerdings genießt in diesen beiden Gruppen auch Friedrich Merz hohes Ansehen - Einzelstimmen haben sich schon für den Politik-Rückkehrer ausgesprochen.

Frauen-Union und Senioren-Union: Mitgliederstark sind sie beide, aber nicht unbedingt so mächtig beziehungsweise so machtbewusst wie Nachwuchs-Unionisten oder Wirtschaftsflügel. Die Frauen-Union ist die einzige, die sich schon klar positioniert hat: Nicht wirklich überraschend spricht sie sich für Annegret Kramp-Karrenbauer aus, die einzige Frau im Rennen. Auch die Senioren-Union favorisiert laut Medienberichten die Generalsekretärin, denn die Partei brauche Ruhe und gute Zusammenarbeit mit Kanzlerin Angela Merkel.

Annegret Kramp-Karrenbauer | Bildquelle: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutte
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Annegret Kramp-Karrenbauer ist die bislang einzige Frau im Kandidatenrennen.

Die drei weiteren offiziellen Gruppen: Wo Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft, Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung sowie Kommunalpolitische Vereinigung stehen, ist schwierig vorherzusagen. Was man sicher sagen kann: Echte Machtfaktoren sind sie nicht.

Was die Lage noch unübersichtlicher macht: Zu den offiziellen Vereinigungen der CDU kommen noch diverse Sondergruppen, die mitmischen wollen. Die Werte-Union und der Berliner Kreis etwa, beide erzkonservativ, oder der CDU-Wirtschaftsrat. Von allen dreien kommt viel Unterstützung für Friedrich Merz.

Gewählt wird der neue Parteichef oder die neue Parteichefin von den 1001 Delegierten des Parteitags, die schwer einzuschätzen sind. Zumal ja neben Vereinigungsinteressen auch Landesverbandsinteressen ins Spiel kommen. Kramp-Karrenbauer zum Beispiel bekam aus ihrer Heimat, dem Saarland, schon Rückendeckung unter anderem von Junger Union, Frauen-Union, CDA und Mittelstandsvereinigung.

Die CDU-Vereinigungen – Wie positionieren sie sich im Kandidaten-Rennen?
Sabine Müller, ARD Berlin
01.11.2018 12:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 01. November 2018 um 12:07 Uhr.

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