Peter Tauber, Angela Merkel , Annegret Kramp-Karrenbauer  | Bildquelle: REUTERS

Wechsel in der CDU-Führung Kramp-Karrenbauer soll Generalsekretärin werden

Stand: 19.02.2018 09:14 Uhr

Eine Vertraute als Parteimanagerin: CDU-Chefin Merkel will die Saar-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer zur Generalsekretärin machen. In einer Woche soll sie gewählt werden. Weitere Personalentscheidungen stehen an.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue CDU-Generalsekretärin werden. Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel stellt die 55-Jährige heute den Parteigremien als ihre Wahl vor. Laut Medienberichten gab es dafür im Parteipräsidium einhellige Zustimmung.

Der bisherige Amtsinhaber Peter Tauber zieht sich aus Krankheitsgründen zurück. Er hatte das Amt 2013 übernommen.

Wahl in einer Woche

Kramp-Karrenbauer gilt als enge Merkel-Vertraute und Kandidatin für ihre Nachfolge. Sie soll auf dem Sonderparteitag am 26. Februar in Berlin gewählt werden, auf dem die Delegierten auch über den Koalitionsvertrag abstimmen werden. Wann konkret Kramp-Karrenbauer ihr neues Amt antreten und ihr Regierungsamt abgeben wird, ist noch unklar.

Bis zu dem Parteitag will Merkel auch darlegen, wie die übrigen Personalentscheidungen aussehen sollen. Sie hatte eine "neue Mannschaft" angekündigt.

Wahlsiegerin und Merkel-Vertraute

Bei der Landtagswahl im Saarland Ende März hatte Kramp-Karrenbauer ihrer Partei trotz des Umfragehochs der Bundes-SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz einen klaren Sieg gesichert.

Schon während der Koalitionsverhandlungen im Bund war über einen Wechsel Kramp-Karrenbauers nach Berlin spekuliert worden. Hintergrund ist, dass sie laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa aus Sicht der engsten Parteispitze vor einer möglichen Kandidatur als Merkel-Nachfolgerin bundesweit bekannter werden soll. In der Partei heißt es demnach, Kramp-Karrenbauer genieße breiten Rückhalt in der für eine Neuaufstellung nach einem möglichen Merkel-Rückzug wichtigen Riege der Ministerpräsidenten.

Die Entscheidung Merkels zur raschen Wahl eines Tauber-Nachfolgers wird laut dpa in der CDU auch als Zeichen an ihre parteiinternen Kritiker gewertet. Sie verlangen seit dem schlechten Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl eine personelle Erneuerung in Partei und Regierung.

Lob und Kritik für Entscheidung

Parteivize Julia Klöckner sprach von einem "starken Zeichen". Der dpa sagte sie, dass eine Ministerpräsidentin bereit sei, "ihr Regierungsamt gegen ein Parteiamt zu tauschen, das ringt mir großen Respekt ab".

Auch der Wirtschaftsflügel der Union begrüßte die Entscheidung. Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, Carsten Linnemann, sagte der "Süddeutschen Zeitung", sie habe "das Zeug dazu, die verschiedenen Flügel und Strömungen in unserer Partei wieder zusammenzuführen". Die Mittelstandsunion hatte Merkel zuletzt immer wieder kritisiert.

Die FDP reagiert hingegen skeptisch. Der Erste Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Marco Buschmann sagte der dpa, Merkel regele die Nachfolge "gemäß dem politischen Vermächtnis: Weiter so statt Erneuerung".

Tauber mahnt Erneuerung der CDU an

Tauber schrieb in seinem Blog, ihm sei schon vor der Bundestagswahl klar gewesen, dass er sein Amt nach einer erfolgreichen Regierungsbildung abgeben werde.

Der 43-Jährige bedankte sich außerdem bei seiner Partei und Merkel für die Zeit als Parteimanager: "Es war oft anstrengend, fordernd, aber es war zugleich eine große Ehre, meiner Partei, der ich seit über 25 Jahren angehöre, als Generalsekretär zu dienen." Angela Merkel an der Spitze der Regierung zu wissen, sei ein "Segen für Deutschland".

Tauber mahnte in seinem Blog, die Partei müsse sich an "Haupt und Gliedern" erneuern: "Es gibt zu wenig junge Menschen, viel zu wenig Frauen und auch zu wenig Deutsche mit einer Einwanderungsgeschichte, die sich in unseren Reihen engagieren." Er freue sich über die aktuelle Debatte über Richtung und Erneuerung in der CDU und stehe dabei in der Mitte.

CDU-Generalsekretäre (Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung)
JahreAmtsinhaber
1962Josef Hermann Dufhues (Geschäftsführender Vorsitzender)
1966Bruno Heck (Geschäftsführendes Präsidialmitglied)
1967-1971Bruno Heck
1971-1973Konrad Kraske
1973-1977Kurt Biedenkopf
1977-1989Heiner Geißler
1989-1992Volker Rühe
1992-1998Peter Hintze
1998-2000Angela Merkel
2000Ruprecht Polenz
2000-2004Laurenz Meyer
2005Volker Kauder
2005-2009Roland Pofalla
2009-2013Hermann Gröhe
2013-2018Peter Tauber
vorauss. ab 2018Annegret Kramp-Karrenbauer

Kramp-Karrenbauer soll CDU-Generalsekretärin werden
Marcel Heberlein, ARD Berlin
19.02.2018 12:57 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Februar 2018 um 10:00 Uhr.

Darstellung: