Versammlung des CDU-Gemeindeverbands im Gasthaus- "Zur gemütlichen Ecke" in Adenau | Bildquelle: Christian Kretschmer

CDU nach AKK Die Basis will einen Macher

Stand: 11.02.2020 16:15 Uhr

Droht der CDU nach dem Rückzug von Kramp-Karrenbauer die Zerreißprobe? An der Parteibasis haben manche schon einen möglichen Nachfolger im Blick - und bei CDU-Urgesteinen wächst die Sehnsucht nach besseren Zeiten.

Von Christian Kretschmer, SWR

Wind und Regen peitschen gegen die Wirtschaft "Zur Gemütlichen Ecke" in Adenau. Es ist die Blaupause eines Dorfgasthauses: Eichentäfelung, Fliesenboden, Fritteusengeruch. Trotz des anhaltenden Sturms sind 32 Mitglieder des CDU-Gemeindeverbands Adenau in der südlichen Eifel zur Versammlung gekommen. Sie haben Redebedarf: Stunden zuvor hatte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Rückzug angekündigt. Eine Überraschung sei das, sagen viele.

CDU-Basis in Rheinland-Pfalz sehnt sich nach alten Zeiten zurück
Mittagsmagazin, 11.02.2020, Christian Kretschmer, SWR

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"Ich sehne mich nach Stabilität"

Auch er: Udo Stratmann. 1969 ist er in die Partei eingetreten, kurz nachdem Helmut Kohl in Rheinland-Pfalz Ministerpräsident wurde. Stratmann geht mit nostalgischen Gefühlen in die Sitzung. "Ich sehne mich nach stabileren Zeiten", sagt er. Die Ära Adenauer, Rheinland-Pfalz unter der Ägide von Kohl - "das waren schon schöne Zeiten."

Für Stratmann ist es besondere Versammlung. Für seine 50 Jahre Parteitreue erhält er eine Urkunde. Die Bundes-Parteiführung ist hier eine Randnotiz - im wörtlichen Sinne. Unterzeichnet ist Stratmanns Urkunde nämlich mit "Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Bundesvorsitzende". Die hat Stratmann mit ihrem Rücktritt überrascht: "Ich hätte nicht gedacht, dass sie so dünnhäutig ist und sich so schnell zermürben lässt", sagt Stratmann. "Das macht mich schon traurig."

Udo Stratmann, links von ihm: Landtagsabgeordneter Horst Gies, rechts von ihm Michael Korden | Bildquelle: Christian Kretschmer
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Udo Stratmann wird mit seiner Urkunde für 50 Jahre Parteimitgliedschaft geehrt. Auf der Urkunde noch die Unterschrift von Kramp-Karrenbauer. Links von ihm: Landtagsabgeordneter Horst Gies, rechts von ihm Michael Korden.

Viele Kandidaten, ein Favorit

Stratmann kann sich Armin Laschet, den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, gut als neuen Vorsitzenden vorstellen. Andere denken an Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin und Vorsitzende des eigenen Landesverbandes Rheinland-Pfalz. Die meisten wünschen sich allerdings einen Neuanfang mit einem Alteingesessenen: Friedrich Merz. "Er ist ganz klar ein Macher", sagt einer. Das habe in Thüringen gefehlt, ergänzt eine andere. Merz sei der Richtige, weil er nicht so "soft" sei, "er vermittelt eine gewisse Sicherheit".

Gesuchte Eigenschaften also sind: Führungsstärke, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit. Michael Korden, komplett in der Parteifarbe Schwarz gekleidet, scheint das im Gasthaus "Zur Gemütlichen Ecke" mitzubringen. Denn die Parteimitglieder wählen ihn an diesem Abend einstimmig zum Vorsitzenden wieder. Seit zehn Jahren führt er den Gemeindeverband. Ist das die Kontinuität, die die Parteispitze zuletzt vermissen lässt?

Vorsitz und Kanzlerkandidatur

Korden wiegelt ab. "Bundesebene ist Bundesebene", sagt er, "das ist eine andere Liga". In der Spitze sei die Frage "nach dem starken Mann oder der starken Frau" womöglich aber zu lange unklar gewesen. Der neue Kandidat oder die neue Kandidatin müsse auch in der Lage sein, das Land zu regieren. Vorsitz und Kanzlerkandidatur in einer Hand.

In Adenau hoffen sie jetzt auf baldige Wahlen für die Nachfolge von Kramp-Karrenbauer. Es soll eine stabile Zukunft für die CDU und die Koalition werden. Ob das realistisch ist? "Früher waren ja nur drei Parteien im Parlament, da war alles einfacher", sagt Stratmann. "Aber diese Zeiten wird es wohl nicht mehr geben". Nach rund vier Stunden ist die Versammlung in Adenau beendet, draußen hat der Wind sogar noch einmal angezogen. Es sind stürmische Zeiten, in Deutschland, für CDU.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Februar 2020 um 17:00 Uhr.

Korrespondent

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Christian Kretschmer, SWR

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