Polizisten stehen vor dem beschädigten BVB-Mannschaftsbus. | Bildquelle: dpa

Anschlag auf Borussia Dortmund Attentäter muss 14 Jahre in Haft

Stand: 27.11.2018 14:24 Uhr

Gut anderthalb Jahre nach dem Bombenanschlag auf die Fußballer von Borussia Dortmund hat das Landgericht Dortmund den Attentäter Sergej W. zu 14 Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslang gefordert.

Das Dortmunder Landgericht hat den Angeklagten Sergej W. wegen des Sprengstoffanschlags auf die Mannschaft von Borussia Dortmund zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Gut eineinhalb Jahre nach dem Attentat hielt die Strafkammer den Beschuldigten des Mordversuchs, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig.

Nach Überzeugung des Gerichtes hatte der 29-Jährige aus Rottenburg am Neckar am 11. April 2017 bei der Abfahrt des Mannschaftsbusses am Teamhotel des BVB zum Champions-League-Heimspiel gegen AS Monaco drei Sprengsätze gezündet.

Laut Anklage war sein Ziel, mit den Bomben Spieler zu töten und damit den Kurs der BVB-Aktie zum Absturz zu bringen. Sergej W. hatte zwar zugegeben, die Bomben mit Metallstiften gebaut und gezündet zu haben. Der in Russland geborene Deutsche bestreitet jedoch jede Tötungsabsicht. Es sei ihm allein darum gegangen, Angst und Schrecken zu verbreiten, hieß es in seinem Geständnis. Er habe mit Optionsscheinen auf einen Kurssturz der Aktie gewettet und auf einen Gewinn von "einigen zehntausend Euro" gehofft.

"Verunsicherte Persönlichkeit mit selbstverliebten Zügen"

Die Staatsanwaltschaft hatte W. unter anderem versuchten Mord in 28 Fällen und die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Sie hatte lebenslange Haft für ihn gefordert.

Seine Verteidigung hatte für eine Haftstrafe deutlich unter zehn Jahren plädiert. Sie beschrieb Sergej W. in ihren Plädoyers als zutiefst verunsicherte Persönlichkeit mit narzisstischen und selbstverliebten Zügen.

Bei dem Anschlag war der spanische Innenverteidiger Marc Bartra im Inneren des Busses schwer am Unterarm verletzt worden. Ein Polizist, der dem Bus auf einem Motorrad vorausfahren sollte, hatte ein Knalltrauma erlitten. Der Beamte ist heute dienstunfähig.

In dem elf Monate dauernden Prozess hatten die Richter neben Sprengstoff- und Aktiensachverständigen auch fast alle damaligen Businsassen als Zeugen vernommen. Der heute für Borussia Mönchengladbach spielende Verteidiger Matthias Ginter brach dabei in Tränen aus. Der damals noch für Dortmund aktive Torwart Roman Weidenfeller sagte: "Der Anschlag hat mein Leben verändert."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. November 2018 um 15:00 Uhr.

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