Bundeswehrsoldaten beim Einsatz in der Nähe von Kundus | Bildquelle: dpa

Bundeswehr Zahl der Trauma-Erkrankungen bleibt hoch

Stand: 28.01.2019 03:50 Uhr

2014 endete der Kampfeinsatz der NATO in Afghanistan. Viele Bundeswehrsoldaten kehrten mit psychischen Problemen zurück. Laut einem Zeitungsbericht ist die Zahl der Neuerkrankungen seitdem kaum gesunken.

Auch Jahre nach dem Ende des Kampfeinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan geht die Zahl der an Kriegstraumata erkrankten Soldaten kaum zurück. 2018 wurde bei 182 Soldatinnen und Soldaten eine einsatzbedingte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) neu diagnostiziert - zwölf mehr als im Jahr 2017, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf den Sanitätsdienst der Bundeswehr berichtet.

Hans-Peter Bartels
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Der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Hans-Peter Bartels, stellt am Dienstag seinen Jahresbericht vor.

Die Zahl anderer einsatzbedingter Störungen wie Depressionen sank laut Sanitätsdienst leicht. Insgesamt sei demnach im vergangenen Jahr bei 279 Soldaten eine einsatzbedingte psychiatrische Erkrankung diagnostiziert worden - das waren in etwa so viele Neuerkrankungen wie 2017 mit 274 Fällen. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, denn gezählt werden nur die Fälle, die in Bundeswehreinrichtungen behandelt werden.

Betroffene melden sich erst später

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Zeitung, häufig nähmen Betroffene erst Jahre nach dem auslösenden Ereignis "eine unserer vielen Hilfsmöglichkeiten wahr". Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, geht davon aus, dass "viele Soldaten sich auch erst später melden, weil erst heute PTBS wie eine körperliche Verwundung angesehen wird".

Bei vielen Soldaten seien die Erkrankungen inzwischen aber chronisch und es sei fraglich, ob die Bundeswehr den bestehenden Behandlungsbedarf noch adäquat befriedigen könne - zumal in den psychiatrischen Abteilungen der Bundeswehrkrankenhäuser ein Teil der Stellen nicht besetzt sei. Insgesamt sei aber vieles besser geworden. Bartels stellt am Dienstag seinen Jahresbericht vor.

Der Kampfeinsatz der NATO in Afghanistan endete 2014. Die Bundeswehr ist nur noch zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte im Land.

Trauma-Erkrankungen bei Bundeswehrsoldaten
Nina Barth, ARD Berlin
28.01.2019 06:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Januar 2019 um 07:00 Uhr.

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