Instagram Account der Bundeswehr | Bildquelle: Instagram

Foto von Hakenkreuz-Uniform Entsetzen über Bundeswehr-Posting

Stand: 27.11.2019 17:00 Uhr

Auf Instagram hat die Bundeswehr das Foto einer Wehrmachtsuniform mit Hakenkreuz-Anhänger veröffentlicht. Kritik folgte ebenso prompt wie die Entschuldigung der Verteidigungsministerin.

Von Kai Clement, ARD-Hauptstadtstudio

Tobias Lindner von den Grünen verlangt: Die Bundeswehr müsse unverzüglich klären, wie so etwas auf ihren Instagram-Account kommen konnte. So etwas, das ist das Foto einer Wehrmachtsuniform mit Hakenkreuz-Abzeichen. Dazu die Bildunterschrift: "Auch Mode ist ein Aspekt. Bis heute halten sich militärische Stilelemente in der HauteCouture". Dazu blinkte auch noch ein animierter Schriftzug "Retro".

Eine Entgleisung ausgerechnet auf dem offiziellen Instagram-Account, der eigentlich für die Bundeswehr als Arbeitgeber werben will. Lindner findet das so deplatziert wie geschichtsvergessen.

"Keine Sensibilität für geschichtliche Grundlagen"

Für die SPD fordert Fritz Felgentreu eine bessere Dienstaufsicht bei dem Online-Auftritt. Mit dem mörderischen Nazi-Regime und seinen Symbolen bleibe ein laxer Umgang dauerhaft inakzeptabel.

Dass all das inzwischen gelöscht ist, reicht der Opposition nicht. Tobias Pflüger, Verteidigungsexperte der Linkspartei, sagte dem ARD-Hauptstadtstudio: "Das ist ein unglaublicher Skandal, bis heute scheint es bei den Verantwortlichen keine wirkliche Sensibilität für geschichtliche Grundlagen zu geben." Die Bundeswehr müsse sich diesem "Retro-Geist in den eigenen Reihen stellen".

Kramp-Karrenbauer: "Post nicht akzeptabel"

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums nennt das Ganze einen inakzeptablen Fehler, für den man sich in aller Form entschuldige. Man sensibilisiere die Mitarbeiter und überprüfe das Management des Online-Auftritts. Extremismus habe keinen Platz in der Bundeswehr.

Im Bundestag schloss sich Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer der Entschuldigung an. "Der Post ist nicht akzeptabel", sagte die CDU-Politikerin. "Die Wehrmacht als Institution" sei keinsfalls "sinn- und traditionsstiftend" für die Bundeswehr. Gleichzeitig betonte Kramp-Karrenbauer es seien "persönliche Fehler, die dort passiert sind". Ein politisches Motiv sei nicht erkennbar.

Schon die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte der Truppe ein Haltungsproblem bescheinigt und damit eine heftige Debatte ausgelöst. Sie hatte auch einen neuen Erlass zur Traditionspflege verfügt. Darin heißt es unter anderem: "Der verbrecherische NS-Staat kann Tradition nicht begründen." Dieser neue Erlass aber sei das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt sei, so nun Lindner von den Grünen, wenn das Ministerium solche Beiträge veröffentliche.

"Inakzeptabler Fehler" - Bundeswehr postete Hakenkreuz-Uniform auf Instagram
Kai Clement, ARD Berlin
27.11.2019 12:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 27. November 2019 um 12:13 Uhr.

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Kai Clement, WDR

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