Stiefel von Bundeswehrsoldaten | Bildquelle: picture alliance / dpa

Extremismus in der Bundeswehr Fast 200 Mitglieder seit 2008 entlassen

Stand: 16.10.2018 17:37 Uhr

Das Problem Rechtsextremismus in der Bundeswehr war 2017 verstärkt in den Fokus gerückt. Doch die Fälle reichen viel länger zurück - seit 2008 wurden rund 200 Angehörige wegen rechtsextremer Gesinnung entlassen.

Die Bundeswehr hat seit 2008 knapp 200 ihrer Mitglieder wegen Rechtsextremismus entlassen. Das berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf Zahlen des Verteidigungsministeriums.

Der Großteil der Fälle stammt demnach aus den Zeiten der Wehrpflicht. Diese gilt seit Juli 2011 nicht mehr. In den vorangegangenen drei Jahren wurden laut Ministerium bei 170 Soldaten oder Soldatinnen der Verdacht auf eine rechtsextreme Gesinnung bestätigt.

In fünf der aufgeführten Fälle stehe die Entlassung noch aus, da derzeit noch Verfahren gegen die Bundeswehrangehörigen liefen.

MAD prüft jeden Kandidaten

Das Problem Rechtsextremismus in der Bundeswehr war im vergangenen Jahr verstärkt in den Fokus gerückt. Anfang 2017 war der Fall des Soldaten Franco A. bekannt geworden, der einen Anschlag geplant haben soll, um den Verdacht für die Tat später auf Flüchtlinge zu schieben. Des Weiteren machten extremistische Vorkommnisse in Kasernen bundesweit Schlagzeilen, etwa in der Kaserne Pfullendorf.

Um Rechtsextremismus in den Reihen der Bundeswehr zu verhindern, durchleuchtet der Militärische Abschirmdienst (MAD) seit vergangenem Jahr jeden Kandidaten - inzwischen bedeuten das laut Verteidigungsministerium mehr als 16.000 Überprüfungen.

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres ging der MAD rund 150 rechtsextremistischen Verdachtsfällen nach, bestätigt wurde der Verdacht jedoch nur in zwei Fällen. Neben Rechts- prüft der MAD auch den Verdacht auf Linksextremismus und Islamismus.

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