Generalmajor Breuer bei einer Pressekonferenz | dpa

Nach fünf Monaten Bundesregierung löst Corona-Krisenstab auf

Stand: 11.05.2022 16:17 Uhr

Der Krisenstab hatte die Aufgabe, das Vorgehen gegen das Coronavirus zu koordinieren - vor allem bei der Impfkampagne. Weil die Infektionszahlen gesunken sind, hat die Bundesregierung das Gremium nun aufgelöst.

Rund fünf Monate nach seiner Einrichtung hat die Bundesregierung den Corona-Krisenstab im Bundeskanzleramt aufgelöst. Das teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann mit. Sie betonte dabei, die "Entscheidung möge nicht missverstanden werden".

Es ist natürlich völlig klar, dass die Pandemie nicht vorbei ist, sondern weiterhin andauert.

Die Aufgaben des Krisenstabes übernehmen laut Hoffmann ab jetzt "die üblichen Arbeitsstrukturen der Bundesregierung". Inhaltlich hat sich der Krisenstab etwa mit der Organisation der Impfkampagne und Einreiseregeln beschäftigt.

Infektionszahlen zuletzt gesunken

Die Bundesregierung hatte den Krisenstab unter der Leitung von Generalmajor Carsten Breuer einberufen. Der Stab war mit mehr als zehn Mitarbeitern gestartet und hatte in seiner Spitzenzeit etwa 30 Mitglieder. Ihm gehörten Fachleute der zuständigen Ministerien an sowie Experten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Als Grund für die Auflösung der Arbeitsgruppe nannte Hoffmann die "andere Situation bei den Infektionen und Impfungen". Am Mittwoch lag die bundesweite Inzidenz in Deutschland bei 507,1.

Corona-Expertenrat bleibt bestehen

Der Corona-Expertenrat der Regierung hingegen bleibe erhalten und tage weiter regelmäßig, ergänzte Hoffmann. Er besteht aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen und erarbeitet laut der Regierungssprecherin aktuell eine Stellungnahme zur Corona-Situation in Herbst und Winter. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass dann die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigen könnte. Sorge gibt es auch vor neuen Virusmutationen.

Der Expertenrat im Kanzleramt hat vor allem die Aufgabe, die Regierung zu beraten. Er trifft - anders als der Krisenstab es getan hat - keine Entscheidungen.