CDU-Parteichef Armin Laschet bei einer Rede. | EPA

Corona-Maßnahmen Manche handeln, Laschet will nachdenken

Stand: 01.04.2021 16:35 Uhr

Angesichts der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen verschärfen einige Bundesländer die Maßnahmen. CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Laschet sieht offenbar noch keinen akuten Handlungsbedarf, er will erst einmal weitere Schritte prüfen.

Wegen der angespannten Corona-Lage ziehen einige Bundesländer die Zügel wieder strammer. So sollen in Berlin nach Ostern schärfere Kontaktbeschränkungen gelten. Ab Dienstag dürfen sich Angehörige eines Haushalts nur noch mit einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt treffen, teilte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach einer Sondersitzung des Senats mit. Bereits ab Ostern dürfen sich zwischen 21.00 Uhr und 05.00 Uhr nur noch bis zu zwei Menschen gemeinsam draußen aufhalten.

Zudem kehren die Kitas in den Notbetrieb zurück. "Wir müssen einfach in dieser Phase der Pandemiebekämpfung an allen Stellen, wo es möglich ist, Kontakte weiter reduzieren", sagte Müller. Unabhängig von politischen Beschlüssen komme es aber auch auf die Eigenverantwortung an.

Niedersachsen führt Testpflicht an Schulen ein

Auch in Niedersachsen, wo regional ebenfalls Ausgangsbeschränkungen beschlossen sind, sieht sich die Landesregierung zu weiteren Maßnahmen gezwungen. So wird nach den Osterferien eine Corona-Testpflicht für den Schulbesuch eingeführt. Schüler und Beschäftigte sollen sich selbst vor Unterrichtsbeginn an Präsenztagen zu Hause testen, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) an. Ohne negatives Testergebnis ist der Besuch des Unterrichts nicht möglich. Bei einem positiven Testergebnis informieren die Betroffenen die Schule, die das Gesundheitsamt einschaltet.

Nächtliche Ausgangssperre in Hamburg

Auch Hamburgs Senat sieht sich zu neuen Maßnahmen gezwungen. Neben einer nächtlichen Ausgangsbeschränkung ab Karfreitag sollen die Kindertagesstätten nach Ostern wieder in den erweiterten Notbetrieb gehen. An Schulen soll der teilweise Präsenzunterricht aufrechterhalten werden, für Schüler und Lehrer aber eine Testpflicht gelten.

Südwesten legt weitere Modellprojekte auf Eis

Wegen der steigenden Corona-Zahlen handelt auch Baden-Württemberg und legt mögliche weitere Modellprojekte nach Tübinger Vorbild zunächst auf Eis - trotz des massiven Interesses von Städte und Kreisen. "Wir müssen verantwortungsvoll mit der aktuellen Lage umgehen", mahnte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Weitere Öffnungen im Rahmen von Modellvorhaben seien angesichts der derzeitigen Zahlen "vorerst nicht angebracht".

Laschet will nachdenken

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen dagegen gibt es bislang keine weiteren Verschärfungen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach sich dafür aus, über Ostern neue Wege im Kampf gegen die dritte Corona-Welle zu prüfen. Nach dem Aus für die geplante "Osterruhe" müssten alle "gemeinsam über Ostern nachdenken", wo weitere Schutzmechanismen eingeführt werden könnten, sagte Laschet am Mittwochabend im ZDF-"heute-journal". Es gebe aber noch nicht die Lösung.

Laschet sagte, es müsse jetzt gut überlegt werden, was wirkungsvoll sei, "die Lage ist extrem ernst". Der CDU-Chef pochte jedoch zugleich auf die Eigenständigkeit jedes Bundeslandes und wandte sich damit auch gegen Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne), die ihre 14 Länderkollegen in einem gemeinsamen Brief zu schnellem und entschiedenem Handeln aufgefordert hatten. 

"Ich finde, jeder soll in seinem Bundesland alles tun, um die Zahlen herunterzubringen", sagte Laschet. "Wir sollten nicht anderen Kollegen, zum Teil mit geringeren Inzidenzwerten, Empfehlungen geben, was sie machen sollen." 

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell im Hörfunk am 01. April 2021 um 17:36 Uhr.