Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen nahe des Stützpunktes im Norden Malis. (Archivbild) | dpa

Kabinett billigt Aufstockung Mehr Bundeswehrsoldaten für Mali

Stand: 21.04.2021 12:14 Uhr

Das Kabinett hat grünes Licht für eine Fortsetzung des Mali-Einsatzes gegeben. Das deutsche Kontingent für die EU-Ausbildungsmission soll von 450 auf 600 erhöht werden - im Juli übernimmt Deutschland die Einsatz-Führung.

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist der Einsatz in Mali die größte und wichtigste Auslandsmission der Bundeswehr. Mit dem Abzug aus Afghanistan wird sich der deutsche Fokus zunehmend in die Sahel-Region verlagern.

Kai Küstner ARD-Hauptstadtstudio

An zwei Einsätzen sind deutsche Soldatinnen und Soldaten derzeit beteiligt: Zum einen an der Blauhelm-Mission MINUSMA der Vereinten Nationen, die als die gefährlichste aller UN-Missionen gilt und die Gewalt durch militante Islamisten in Mali eindämmen soll. Hier soll nach dem Willen des Kabinetts die Bundeswehr-Beteiligung bis Ende Mai 2022 verlängert werden, die Personalobergrenze soll bei 1100 Soldatinnen und Soldaten bleiben.

Aufstockung bei EUTM-Mission

Aufgestockt werden sollen die deutschen Kräfte bei der zweiten Mission im Land, an der die Bundeswehr beteiligt ist: Bei der EU-Ausbildungsmission EUTM, die Soldaten aus der Region für Kampfeinsätze trainiert. Von Juli an wird Deutschland die Führung bei diesem Einsatz übernehmen.

Zudem soll noch in diesem Jahr ein neues Ausbildungszentrum in Zentralmali entstehen: "Die Umsetzung dieser ambitionierten Ziele ist nur möglich mit einem Personaldispositiv, welches über die erforderlichen Aufklärungs-, Schutz- und Versorgungsfähigkeiten verfügt." So begründen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Außenminister Heiko Maas die geplante Anhebung der Mandatsobergrenze im Anschreiben zur Kabinettsvorlage, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Der Bundestag muss noch zustimmen.    

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. April 2021 um 11:23 Uhr und um 12:23 Uhr.