Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe | dpa

Angriffe auf rechte Szene Mutmaßliche Linksextremisten angeklagt

Stand: 28.05.2021 17:39 Uhr

Zwischen 2018 und 2020 wurden in Sachsen und Thüringen immer wieder Personen aus der rechten Szene überfallen. Hinter den Angriffen soll eine linksextreme Gruppe aus Leipzig stehen. Nun hat die Bundesanwaltschaft Anklage erhoben.

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen vier mutmaßliche Linksextremisten erhoben. Die Gruppe soll zwischen 2018 und 2020 mehrfach gezielt Personen aus der rechten Szene überfallen und zusammengeschlagen haben. Die mutmaßliche Anführerin sitzt bereits in Untersuchungshaft. Drei Männer, die die Taten ausgeführt haben sollen, sind ebenfalls angeklagt. Der Prozess soll vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Dresden stattfinden.

Brutale Überfälle

Die Bundesanwaltschaft macht die Gruppe für eine Serie von brutalen Überfällen auf Mitglieder der rechten Szene in Thüringen und Sachsen verantwortlich. Einige ihrer Opfer wurden dabei schwer verletzt.

So soll die Gruppe unter anderem 2019 eine Gaststätte im thüringischen Eisenach attackiert haben, die als Treffpunkt rechter Gruppen gilt. Dabei sollen sie sechs Menschen verletzt haben. Der Inhaber der Gaststätte wurde zwei Monate später noch ein weiteres Mal nachts vor seiner Wohnung von einer größeren Gruppe angegriffen, unter anderem mit Schlagstöcken, einem Hammer und Stangen.

Eine weitere mutmaßliche Tat ereignete sich im Mitte Februar 2020 im sächsischen Wurzen. Dort sollen die Angeklagten gemeinsam mit anderen am Bahnhof einer Gruppe aufgelauert haben, die aus Dresden von einer Gedenkveranstaltung an die Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg kam. Dabei sollen sie laut Anklage vier ihrer Opfer gegen den Kopf geschlagen und getreten haben.

Linksextremistisches Netzwerk

Aus Sicht der Bundesanwaltschaft handelte die Gruppe nicht allein, sondern als Teil einer größeren militant-linksextremistischen Gruppe, die als kriminelle Vereinigung gilt. Alle Mitglieder hätten den bestehenden demokratischen Rechtsstaat abgelehnt, genauso wie das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und das staatliche Gewaltmonopol, hieß es. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Gruppe spätestens im August 2018 in und um Leipzig gründete und auch überregional vernetzt war.

Das Oberlandesgericht Dresden muss die Anklage noch zulassen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 28. Mai 2021 um 17:30 Uhr.