Ein Bundesfreiwilligendienstleistender bringt eine Bewohnerin einer Seniorenwohnanlage zum Arzt | Bildquelle: imago/photothek

Bundesfreiwilligendienst Jeder dritte "Bufdi" bricht ab

Stand: 22.05.2018 08:48 Uhr

Gut 300.000 Menschen haben seit 2011 einen Bundesfreiwilligendienst begonnen. Doch jeder Dritte bricht den Dienst laut einem Medienbericht vorzeitig ab. Unterschiede gibt es zwischen Ost- und Westdeutschland.

Seit der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes hat einem Zeitungsbericht zufolge jeder dritte "Bufdi" den Dienst vorzeitig quittiert. Das berichtet die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Bundesregierung, die die Linksfraktion angefordert hatte.

Der Bundesfreiwilligendienst war zum 1. Juli 2011 als Ersatz für den zusammen mit der Wehrpflicht weggefallenen Zivildienst geschaffen worden. Seitdem haben dem Bericht zufolge insgesamt 307.372 Männer und Frauen in Deutschland daran teilgenommen. Von ihnen quittierten im Zeitraum zwischen Juli 2011 und März 2018 genau 98.633 vorzeitig den in der Regel zwölf Monate langen Dienst. Die Abbruchquote liegt damit bei 32 Prozent.

In einem Seniorenheim betreut ein junger Mann im Rahmen seines Bundesfreiwilligendienstes (BFD) einen Pflegebedürftigen | Bildquelle: dpa
galerie

Meist sind "Bufdis" in sozialen und Pflegeberufen aktiv.

Mehr Abbrecher im Westen

In den alten Bundesländern ist die Zahl der Abbrecher mit 35 Prozent deutlich höher als im Osten mit 26 Prozent. Gründe dafür nenne die Regierung in ihrer Antwort nicht, schreibt die Zeitung. Denkbar seien hier der Erhalt eines Studienplatzes oder einer Lehrstelle, sagte die Sprecherin für bürgerschaftliches Engagement der Linkspartei, Katrin Werner. Wenn jedoch fast ein Drittel der Dienstleistenden ihre Stelle vorzeitig aufgebe, müsse auch "die Qualität des Dienstes, der Arbeitsbedingungen und des Bildungsprogramms auf den Prüfstand gestellt werden", forderte Werner.

Laut Ministerium komme es vereinzelt zu Beschwerden von Unternehmen, die fürchten, die Bufdis könnten reguläre Jobs verdrängen. Jedoch gebe es keine Erkenntnisse auf den genauen Umfang dieses Phänomens. Laut Gesetz dürfen die Freiwilligen nur unterstützend tätig sein und keine hauptamtlichen Arbeiter ersetzen. Derzeit bekommt ein "Bufdi" ein Taschengeld von durchschnittlich 267 Euro im Monat.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Mai 2018 um 08:15 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: