Heiko Maas | Bildquelle: dpa

25 Jahre Anschlag von Solingen Warnung vor Fremdenhass und Rassismus

Stand: 29.05.2018 08:56 Uhr

25 Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen sei es beschämend, dass türkischstämmige Menschen diskriminiert werden, sagt Außenminister Maas. Auch andere Politiker nutzen den Jahrestag zur Mahnung.

25 Jahre nach dem fremdenfeindlichen Brandanschlag in Solingen zeigt sich Bundesaußenminister Heiko Maas besorgt darüber, dass Türken in Deutschland noch immer angefeindet werden. "Es ist beschämend, dass auch heute noch viele, die selbst oder deren Eltern und Großeltern aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind, Diskriminierungen im Alltag erfahren", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Türkische Zuwanderer seien in Deutschland nicht nur willkommen, sondern "ein Teil unseres Landes".

Am Mittag soll mit zwei zentralen Veranstaltungen an den Anschlag erinnert werden. In Solingen zündeten in der Nacht zum 29. Mai 1993 vier rechtsradikale Männer das Haus der Familie Genc an. Fünf Familienmitglieder starben. Der Anschlag in der nordrhein-westfälischen Stadt gilt als eine der folgenschwersten rassistischen Taten in der Geschichte der Bundesrepublik.

Dilan Kaplan, Jugendstadträtin Solingen, zum Brandanschlag in Solingen
Morgenmagazin, 29.05.2018

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"Auftrag für alle - nicht zu vergessen, nicht wegzusehen"

"Das Andenken an die Toten von Solingen bleibt ein Auftrag für uns alle - nicht zu vergessen, nicht wegzusehen und nicht zu schweigen", sagte Maas. Seine Parteikollegin, Bundesjustizministerin Katarina Barley, warnte vor Fremdenhass und Rassismus. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie: "Es ist beschämend, dass auch 25 Jahre danach Menschen in Deutschland immer noch wegen ihrer Herkunft, Religion oder ihrer sexuellen Orientierung bedroht und angegriffen werden." Damit dürften sich die Politik und die gesamte Gesellschaft nicht abfinden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief dazu auf, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus entschieden zu bekämpfen. Der Tag des Anschlags stehe auch für eine fortdauernde Aufgabe: "Er verdeutlicht die Verpflichtung unseres Gemeinwesens und unserer Institutionen, alle Bürgerinnen und Bürger zu schützen, gleich welcher Herkunft."

Berlin, Schloss Bellevue: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit Mevlüde Genc | Bildquelle: dpa
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit Mevlüde Genc. (25.05.2018)

Appell für Demokratie und Menschlichkeit

Ähnlich äußerten sich die Fraktionschefs der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter. Sie appellierten in einer Mitteilung: "25 Jahre nach Solingen braucht es einen neuen Aufschrei für Demokratie und gegen Rassismus." Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz von der CDU, sagte der "Rheinischen Post": "Wir brauchen eine Kultur des Widerspruchs, wenn Menschen diskriminiert und abgewertet werden. Wir brauchen eine Kultur von null Toleranz, wenn Menschen angegriffen werden."

Gedenkfeiern mit Merkel und Cavusoglu

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu | Bildquelle: AFP
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Um die Rede des türkischen Außenministers Cavusoglu am Gedenktag hatte es Streit gegeben.

Am Mittag spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Gedenkveranstaltung in Düsseldorf. Dort wird auch eine Ansprache von Mevlüde Genc erwartet, die bei dem Anschlag zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte verlor. Genc hatte bereits kurz nach dem Anschlag zu friedlichem Miteinander und Versöhnung aufgerufen. Auch der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wird im Landeshaus reden - und nicht im Landtag.

In Solingen erwartet die Stadt mehrere Tausend Teilnehmer zur Gedenkfeier am Nachmittag am zentralen Mahnmal vor einer Schule - unter anderem mit Außenminister Maas.

Über dieses Thema berichtete das Morgenmagazin am 29. Mai 2018 um 06:41 Uhr.

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