Stadtansicht von Amberg im Winter | Bildquelle: dpa

Attacken in Bottrop und Amberg Was bislang bekannt ist

Stand: 02.01.2019 10:09 Uhr

In mehreren Städten ist es rund um Silvester zu Angriffen gekommen. Besonders schwere Attacken gab es in Bottrop, Essen und Amberg. Dort wurden mehrere Menschen verletzt. Was wir bislang wissen.

Bottrop

In der Silvesternacht hat ein Autofahrer mit seinem Wagen im Ruhgebiet mehrere Fußgänger angefahren. Acht Menschen wurden verletzt.

Vier Attacken: Nach Angaben der Polizei geht es um insgesamt mindestens vier Attacken. Der erste Angriff ereignete sich kurz vor Mitternacht in einer Zufahrtsstraße zur Bottroper Innenstadt. Der Mann hielt mit seinem Wagen offenbar auf einen Fußgänger zu, der sich aber vor einem Zusammenprall retten konnte.

Kurz nach Mitternacht fuhr der Autofahrer auf dem zentralen Berliner Platz in Bottrop in eine Gruppe von feiernden Menschen. Diese hatten gerade Böller und Raketen gezündet. Sieben wurden verletzt. Eine 46-Jährige schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Aktuell bestehe nach einer erfolgreichen Notoperation aber keine Lebensgefahr mehr, teilten die Ermittler mit. Der 48-jährige Ehemann der Frau und die beiden 16 und 27 Jahre alten Töchter wurden bei der Attacke ebenfalls verletzt.

Weiterhin mussten ein vierjähriger Junge und seine 29-jährige Mutter aus Afghanistan sowie ein zehnjähriges Mädchen aus Syrien ärztlich behandelt werden.

Nach der zweiten Tat in Bottrop wurde der Wagen des mutmaßlichen Täters zur Fahndung ausgeschrieben.

Der Berliner Platz in der Bottroper Innenstadt | Bildquelle: dpa
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Der Berliner Platz in Bottrop. Ein Autofahrer steuerte in der Silvesternacht seinen Wagen in eine Menschengruppe und verletzte mehrere Menschen.

Flucht nach Essen: Nach den Attacken in Bottrop flüchtete der Mann nach Essen. Bevor Polizisten den mutmaßlichen Täter dort 18 Minuten nach der Attacke auf dem Bottroper Berliner Platz festnahmen, erfasste er mit seinem Wagen einen 34-jährigen Essener mit türkischen Wurzeln und verletzte ihn am Fuß. Zuvor hatte er laut Polizei noch versucht, in eine weitere Gruppe von Menschen zu fahren. Diese warteten gerade an einer Bushaltestelle.

Inzwischen wurde Haftbefehl gegen den Mann wegen versuchten Mordes erlassen.

Motiv Fremdenhass: Der mutmaßliche Täter stamme aus Essen und sei bei der Polizei bislang nicht in Erscheinung getreten, hieß es. Die Ermittler gehen von Fremdenhass als Motiv aus. Bei der Festnahme habe er sich fremdenfeindlich geäußert. Der Mann stamme aus Deutschland und hatte die "klare Absicht, Ausländer zu töten", wie der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul sagte.

Die Sicherheitsbehörden haben derzeit keine Hinweise darauf, dass der Fahrer des Wagens Kontakte in die rechtsextreme Szene hat. Die Ermittler gaben an, dass sie "erste Informationen über eine psychische Erkrankung des Fahrers" hätten. In der Vergangenheit sei er in Behandlung gewesen.

Der Marktplatz und das Rathaus in Amberg in der Oberpfalz | Bildquelle: dpa
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Der Marktplatz in Amberg. Zwölf Menschen wurden meist leicht verletzt, als mutmaßlich eine Gruppe von Asylbewerbern mehrere Menschen attackierte.

Amberg

Am Samstagabend sollen vier Tatverdächtige aus Syrien, Afghanistan und dem Iran in Amberg in der Oberpfalz mehrere Menschen unvermittelt attackiert und verletzt haben. Zwölf Menschen im Alter von 16 bis 42 Jahren wurden verletzt. Ein 17-Jähriger wurde wegen einer Kopfverletzung stationär ins Krankenhaus aufgenommen.

Die Angreifer konnten nach der Tat zunächst fliehen, wurden dann aber im Laufe des Samstagabends festgenommen. Gegen die vier Beschuldigten im Alter von 17 bis 19 Jahren wurde Haftbefehl erlassen. Nach Angaben der Polizei standen die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss, als sie die Passanten attackierten.

Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung: Die Verdächtigen sitzen in unterschiedlichen Gefängnissen in Untersuchungshaft. Der Vorwurf, der gegen sie erhoben wird, lautet gefährliche Körperverletzung.

Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks kamen die vier Asylbewerber nicht aus Amberg. Einer lebe in Auerbach, einer in Regensburg, die beiden anderen hätten keinen festen Wohnsitz.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Januar 2019 um 12:00 Uhr.

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