Polizisten laufen in einem abgesperrten Bereich der Innenstadt von Bottrop | Bildquelle: dpa

Angriffe in Bottrop und Essen Ermittler suchen Zeugen und Antworten

Stand: 02.01.2019 07:38 Uhr

Nachdem ein Mann sein Auto gezielt in Menschengruppen in Bottrop und Essen steuerte, sucht die Polizei nun nach Zeugen - und Antworten. Die Ermittler gehen von einem fremdenfeindlichen Anschlag aus. Acht Menschen wurden verletzt.

Nachdem ein 50-jähriger Deutscher in der Silvesternacht aus mutmaßlich fremdenfeindlichen Motiven mehrmals gezielt in Menschenansammlungen in Bottrop und Essen gefahren ist, laufen die Ermittlungen zu den Hintergründen. Der Fall müsse "sehr ernst genommen werden", teilte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul mit. Der Fahrer hatte Reul zufolge die "klare Absicht, Ausländer zu töten".

Das für die Einsatzführung zuständige Polizeipräsidium in Münster bat am Abend via Twitter darum, Bilder und Videos von den Ereignissen nicht im Internet zu verbreiten. Alle Aufnahmen sollten stattdessen auf ein spezielles Portal des Bundeskriminalamts hochgeladen werden. Alle Zeugen wurden gebeten, sich telefonisch zu melden.

Angriffe in Bottrop und Essen

Nach Angaben der Polizeipräsidentin von Recklinghausen, Friederike Zurhausen, ereignete sich der erste Angriff kurz vor Mitternacht der Silvesternacht auf einer Straße in Bottrop, als der mutmaßliche Täter mit seinem Auto gezielt auf einen Fußgänger zusteuerte. Dieser habe sich aber in Sicherheit bringen können.

Kurz nach Mitternacht sei der 50-jährige Verdächtige dann auf einem Platz in der Innenstadt von Bottrop in eine Menschengruppe gefahren, sagte Zurhausen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Unter ihnen seien auch syrische und afghanische Staatsangehörige sowie zwei Kinder, erklärte ein Polizeisprecher gegenüber tagesschau.de.

Auto-Attacke im Ruhrgebiet
tagesthemen 23:15 Uhr, 01.01.2019, Marion Schmickler, WDR

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Ermittler sprechen von "gezieltem Anschlag"

Nach der zweiten Tat in Bottrop wurde der Wagen zur Fahndung ausgeschrieben, 18 Minuten später konnte der Fahrer in Essen festgenommen werden. Zuvor hatte er laut Polizei noch versucht, in eine weitere Gruppe von Menschen zu fahren. Diese warteten gerade an einer Bushaltestelle.

Die Essener Staatsanwaltschaft und die Polizeibehörden in Recklinghausen und Münster erklärte, es sei von einem "gezielten Anschlag auszugehen, der möglicherweise in der fremdenfeindlichen Einstellung des Fahrers begründet ist".

Recklinghausens Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen | Bildquelle: dpa
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Recklingshausens Polizeipräsidentin Zurhausen geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus.

Recklinghausens Polizeipräsidentin Zurhausen sagte, der Täter sei bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Es sei unklar, ob er noch in psychologischer Behandlung sei. Erste Einlassungen des Täters ließen "fremdenfeindliche Hintergründe" vermuten. Zu einem möglichen politischen Hintergrund lägen bisher keine Erkenntnisse vor. Derzeit seien Ermittler dabei, die Wohnung des Mannes zu durchsuchen.

Fahrer offenbar mit psychischer Erkrankung

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtete, der Verdächtige habe in seiner Vernehmung gesagt, die vielen Ausländer seien ein Problem für Deutschland, das er lösen wolle. Demnach soll er nach ersten Erkenntnissen der Ermittler eine schizophrene Erkrankung haben. Der Mann sei in der Vergangenheit mindestens einmal in eine geschlossene Einrichtung eingewiesen worden.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet erklärte, es gelte "der Vorsatz für 2019 klarer denn je: Wir stehen zusammen gegen rechte Gewalt. Den Kampf gegen den Hass auf andere Menschen werden wir mit allen Mitteln des Rechtsstaats engagiert fortsetzen". Innenminister Reul zeigte sich "sehr betroffen, dass so etwas passiert ist". In Nordrhein-Westfalen gebe es "keinerlei Toleranz" für Gewalttäter, "egal, von welcher Ecke sie kommen". Der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler zeigte sich "entsetzt und tief getroffen" von dem Vorfall. Er hoffe, dass die Verletzten bald genesen würden.  

Ein Polizeiwagen steht hinter Absperrband auf dem Berliner Platz in Bottrop. | Bildquelle: dpa
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Die Polizei hat einen der Tatorte in Bottrop, den Berliner Platz, abgesperrt.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. Januar 2019 um 23:15 Uhr.

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