Eine Bodycam an der Uniform eines Polizisten | Bildquelle: dpa

Bundespolizei Bodycam-Daten landen auf Amazon-Servern

Stand: 02.03.2019 14:59 Uhr

Die Bundespolizei speichert Einsatzaufnahmen von Bodycams auf Servern von Amazon. Laut Bundespolizei gibt es noch keine entsprechende staatliche Infrastrukur. Kritiker sprechen von einem kaum kalkulierbaren Risiko.

Einsatzaufnahmen von Körperkameras, sogenannten Bodycams, speichert die Bundespolizei auf Servern des Internetriesen Amazon. Der US-Anbieter sei gegenwärtig der einzige, der in Deutschland eine entsprechende Cloudlösung zur Verfügung stelle, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert seien, erklärte das Bundespolizeipräsidium auf Anfrage des FDP-Abgeordneten Benjamin Strasser. Ursprünglich hatte die Nachrichtenagentur AFP irrtümlich gemeldet, dass das Bundesinnenministerium die Auskunft gegeben hatte.

Logo des Internetkonzerns Amazon | Bildquelle: REUTERS
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Der Internet-Riese Amazon verkauft in den USA Gesichtserkennungssoftware an Polizeibehörden.

Strasser kritisierte gegenüber der AFP das "potenzielle Sicherheitsrisiko". Bei der Speicherung der Daten auf Servern von Amazon bleibe im Unklaren, ob die US-Sicherheitsbehörden auf diese zugreifen können, sagte Strasser. Die Bundesregierung sei daher gefordert, die volle Kontrolle über solch sensible Daten sicherzustellen. "Dafür brauchen wir Speicherkapazitäten bei den Behörden in Deutschland. Union und SPD sind in der Pflicht, dies schnellstmöglich sicherzustellen."

Kritik an Speicherung von Videodaten aus Polizei-Bodycams bei Amazon
tagesschau 20:00 Uhr, 02.03.2019, Michael Stempfle, ARD Berlin

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Amazon verkauft Software an US-Polizei

Bodycams sollen mögliche Angreifer abschrecken. Zugleich können die Aufnahmen helfen, Straftäter zu identifizieren. Das Innenministerium erklärte auf Anfrage Strassers, dass "die deutschen Datenschutzstandards eingehalten" würden. Die Daten würden verschlüsselt und ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert.

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" hatte zuerst über die Anfrage berichtet. Auch der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Konstantin von Notz äußerte Datenschutzbedenken. Amazon sei in der Kritik, weil das Unternehmen auch Gesichtserkennungs-Software an US-Polizeibehörden verkaufe, die bei Aufnahmen von Bodycams genutzt würden, sagte er der "NOZ". "Dass ausgerechnet dieses Unternehmen jetzt die Bodycam-Aufnahmen für die Bundespolizei verwalten soll, hinterlässt mehr als ein ungutes Gefühl."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. März 2019 um 09:50 Uhr.

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