Mann an einem mit Unterlagen gefüllten Arbeitsplatz | Bildquelle: dpa

AOK-Umfrage Wertschätzung im Job hält gesund

Stand: 04.09.2018 16:44 Uhr

Beschäftigte sind seltener krank, wenn sie sich wertgeschätzt fühlen und ihren Job als sinnstiftend erleben - so das Ergebnis einer Studie des Wissenschaftlichen Dienstes der AOK. Dies sei wichtiger als ein hohes Einkommen.

Wer in seinem Job einen Sinn sieht und Wertschätzung erlebt, fehlt seltener am Arbeitsplatz und hat deutlich weniger arbeitsbedingte Beschwerden. Eine zentrale Schlüsselrolle komme dabei den Vorgesetzten zu. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

Dieser "Fehlzeiten-Report" basiert auf einer repräsentativen Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, für die bundesweit 2.030 Personen zwischen 16 und 65 Jahren befragt wurden.

Demnach sind "sichere und gesunde Arbeitsbedingungen", sowie das Gefühl, im Job "etwas Sinnvolles zu tun", wichtiger als ein hohes Einkommen.

Durchschnittlich 12,1 Krankheitstage

Erleben Mitarbeiter ihre Arbeit als sinnstiftend und Wertschätzung von ihren Chefs, komme es bei den Beschäftigten zu durchschnittlich 9,4 krankheitsbedingten Fehltagen pro Jahr, heißt es in dem Bericht. Unterscheiden sich Wunsch und Wirklichkeit jedoch stark voneinander, fehlten die Mitarbeiter mit 19,6 krankheitsbedingten Fehltagen pro Jahr mehr als doppelt so häufig.

Über alle Befragten verteilt lag der Fehlzeitenstand 2017 bei durchschnittlich 12,1 Krankheitstagen. Wie der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, Helmut Schröder, betonte, ist 98,4 Prozent der Befragten im Job am wichtigsten, sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, betonte: "Führungskräfte haben im Unternehmen einen wichtigen Einfluss auf das Betriebsklima, das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit auch auf die Fehlzeiten im Unternehmen." Die Wertschätzung der Mitarbeiter fördere das Engagement für und die Bindung an das Unternehmen.

Mann an einem Büro-Arbeitsplatz | Bildquelle: picture alliance / Lukas Schulze
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Am wichtigsten ist den Mitarbeitern, dass sie sich am Arbeitsplatz wohlfühlen.

Krankenstand konstant

Auch eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen (97,9 Prozent), ein gutes Betriebsklima (96,8 Prozent) und die Loyalität des Unternehmens gegenüber den Mitarbeitern (96,8 Prozent) empfänden Beschäftigte als bedeutsam.

Allerdings stimmten Wunsch und Wirklichkeit oft nicht überein, erklärte Schröder. So äußerten nur 69,3 Prozent der Befragten, dass sich ihr Arbeitgeber ihnen gegenüber loyal verhält. Ein positives Betriebsklima erleben der Umfrage zufolge nur 78 Prozent der Beschäftigten.

Der Fehlzeiten-Report fasst zudem die Daten von 13,2 Millionen AOK-Versicherten zusammen, die 2017 in über 1,6 Millionen Betrieben beschäftigt waren. Demnach blieb der Krankenstand mit 5,3 Prozent wie in den beiden Vorjahren konstant. Der Stand beschreibt den Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage am Kalenderjahr.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. September 2018 um 13:43 Uhr.

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