Studierende beantworten Bürgerfragen zu Corona am Telefon. | Bildquelle: dpa

Hilfe für Studierende Wer anpackt, bekommt BAföG

Stand: 08.04.2020 16:11 Uhr

Die Bundesregierung will BAföG-Empfänger und junge Wissenschaftler in der Corona-Krise unterstützen. Wer sich in systemrelevanten Berufen engagiert, bekommt weiter den vollen BAföG-Satz. Promovierende bekommen mehr Zeit.

Die Bundesregierung will die Folgen der Corona-Pandemie für angehende Wissenschaftler und Studierende abmildern. Das Kabinett hat ein entsprechendes Vorhaben von Forschungsministerin Anja Karliczek auf den Weg gebracht. Dieses sieht unter anderem vor, dass Studierende und Menschen in schulischer Ausbildung der Hinzuverdienst aus systemrelevanten Jobs nicht auf die Ausbildungsförderung angerechnet wird. Sie behalten ihre volle BAföG-Unterstützung, sagte Karliczek.

Sie nannte als Beispiel Medizinstudenten in Krankenhäusern, Pflege-Auszubildende in Alten- und Pflegeheimen, angehende Ingenieure beim Bau provisorischer Krankenhäuser, aber auch Erzieher in Ausbildung in Kindergärten, wenn diese wieder öffnen. Auch Tätigkeiten in der Lebensmittelbranche sollen miteinbezogen werden. Die Regierung wolle es "honorieren und erleichtern", dass viele junge Menschen in der Krise mit anpacken wollten, sagte Karliczek.

Mehr Zeit für die Promotion

Für Wissenschaftler sollen außerdem Regeln zur Befristung von Verträgen gelockert werden, so dass beispielsweise Promotionsvorhaben und Habilitationen, die sich wegen der aktuellen Ausnahmesituation verzögern, weitergeführt werden können. Hierfür will die Regierung das sogenannte Wissenschaftszeitvertragsgesetz um eine zeitlich befristete Übergangsregelung von sechs Monaten ergänzen.

Der Gesetzentwurf solle nun kurzfristig in den Deutschen Bundestag eingebracht und beschlossen werden. Die geplanten Änderungen im Wissenschaftszeitvertragsgesetz und beim BAföG sollen rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft treten. 

SPD fordert weitergehende Hilfen

Der SPD-Bildungspolitiker Oliver Kaczmarek begrüßte die geplanten Neuregelungen, forderte aber weitere Hilfen. "Wer akut in Not gerät, weil die Eltern in Kurzarbeit müssen oder weil der eigene Nebenjob verloren geht, muss schnell und vereinfacht Zugang zum BAföG oder einem Härtefallfonds bekommen", sagte er und verwies auf einen entsprechenden Aktionsplan der SPD-Fraktion für Ausbildung und Studium in der Krise.

Der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Albert Rupprecht (CSU), begrüßte die geplanten Änderungen. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Thomas Sattelberger, nannte die Verlängerung der Qualifizierungsphase für Wissenschaftler einen Schritt "in die richtige Richtung", machte aber deutlich, dass er zwölf Monate für ein stärkeres Signal gehalten hätte.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 08. April 2020 um 16:33 Uhr.

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