Symbolbild zur Cyberkriminalität | Bildquelle: picture alliance / dpa

Botnetz zerschlagen Schlag gegen Cyberkriminelle

Stand: 01.12.2016 16:19 Uhr

Allein in Deutschland sind mehr als 50.000 Online-Banking-Kunden Opfer eines Computerbetrugs von Cyberkriminellen geworden. Mit einer Aktion in zehn Ländern zerschlugen Ermittler nun die Botnetz-Struktur und nahmen Bandenmitglieder fest.

Deutschen Ermittlern ist in Zusammenarbeit mit internationalen Sicherheitsbehörden ein schwerer Schlag gegen ein Netzwerk von Cyberkriminellen gelungen. Nach jahrelanger Ermittlungsarbeit von Spezialisten in 41 Staaten sei die wohl weltweit größte Infrastruktur zum Betrieb sogenannter Botnetze aufgedeckt und analysiert worden, teilten die Staatsanwaltschaft Verden und die Zentrale Kriminalinspektion Lüneburg mit. Auf Führungsebene der kriminellen Vereinigung hätten 16 Beschuldigte identifiziert werden können, gegen sieben Verdächtige seien Haftbefehle erlassen worden.

Die Ermittler beschlagnahmten 39 Server und mehrere Hunderttausend Domains. Dadurch sei es gelungen, den Verdächtigen allein in Deutschland die Kontrolle über mehr als 50.000 Computer ihrer Opfer zu entziehen. Den Tätern sei es unter anderem gelungen, durch die Zusammenlegung mehrerer Botnetze Bankkunden, die ihre Geschäfte online erledigten, um durchschnittlich mehr als 5000 Euro zu schädigen. Die vorliegenden Anzeigen der Geschädigten beträfen 1336 Taten mit einer Schadenssumme von etwa sechs Millionen Euro. Der tatsächliche Schaden liegt nach Einschätzung der Ermittler allerdings weitaus höher.

Erfolge im Kampf gegen Cyberkriminalität
tagesschau 20:00 Uhr, 01.12.2016, Martina Thorausch, NDR

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Botnetz seit 2009 aktiv

Den Erkenntnissen zufolge nutzten die Täter spätestens seit 2009 die weltweit vernetzte Botnetz-Infrastruktur "Avalanche" für das Versenden von E-Mails. Wenn die Nutzer Anhänge öffneten oder Links in diesen Mails anklickten, wurde ihr Computer infiziert und damit Teil des Botnetzes. Bei einem Bot handelt es sich um ein Programm, das von einem Angreifer auf dem Rechner einer anderen Person ohne deren Wissen installiert wird und das aus der Ferne Anweisungen des Angreifers ausführen kann. Wenn viele Bots zusammengeschlossen sind, entsteht ein Bot-Netz. Diese werden für viele illegale Aktivitäten genutzt.

"Die Tücke einer ausgefeilten Botnetz-Infrastruktur liegt darin, dass allein das Abschalten eines einzelnen Botnetzes nicht ausreicht, um die kriminellen Angriffe zu unterbinden", teilte der Leiter der Zentralstelle für Cybercrime der Staatsanwaltschaft Verden, Oberstaatsanwalt Frank Lange, mit. "Die Aufgaben der entdeckten und unschädlich gemachten Server werden schlagartig von den Servern der anderen Botnetze übernommen, bis ein neues weiteres Botnetz aufgebaut wird".

Internationale Zusammenarbeit der Ermittler

Voraussetzung für das Vorgehen der Ermittler war die Analyse der "Avalanche"-Strukturen sowie die Identifizierung einzelner Server. Im Zuge der Zerschlagung des Netzwerks kam es zeitgleich zu Durchsuchungen und Beschlagnahmungen in zehn Ländern. An der Aktion und der Vorermittlungen waren unter anderem Europol, das US-Justizministerium und die US-Bundespolizei FBI beteiligt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Dezember 2016 um 16:02 Uhr

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