Oscar Lafontaine | Bildquelle: dpa

Sammlungsbewegung "Aufstehen" Lafontaine meldet 36.000 Anmeldungen

Stand: 06.08.2018 20:58 Uhr

Bei der linken Sammlungsbewegung "Aufstehen" haben sich bislang mehr als 36.000 Bürger angemeldet, wie Linkspolitiker Lafontaine mitteilte. Vor zwei Tagen war dazu eine Internetseite freigeschaltet worden.

Innerhalb von zwei Tagen hat die neue linke Sammlungsbewegung "Aufstehen" von Sahra Wagenknecht nach Auskunft ihres Ehemannes und früheren Linken-Vorsitzenden Oskar Lafontaine mehr als 36.000 Anmeldungen verzeichnet.

"Der vorläufige Start ist also durchaus erfolgreich", sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken im Saarland vor der Landespressekonferenz in Saarbrücken. "Dies wird zwar nicht so weitergehen, wir sind keine Phantasten", räumte er ein, "aber der Aufschlag ist sehr gut."

Laut Lafontaine findet die Sammlungsbewegung "Zuspruch von engagierten Menschen, die sich bisher unterschiedlichen Parteien verbunden gefühlt" hätten. Natürlich sei das längerfristige Ziel eine andere parlamentarische Mehrheit. "Denn wir können noch so gute Ideen haben: Wenn es dafür nicht die parlamentarische Mehrheit gibt, ist das schlecht."

Gegen "grenzenlose Willkommenskultur"

Inhaltlich grenzt sich die neue Sammlungsbewegung in der Flüchtlingspolitik laut Wagenknecht sowohl von der AfD als auch von einer "grenzenlosen Willkommenskultur" ab. "Eine realistische linke Politik lehnt beide Maximalforderungen gleichermaßen ab", schreibt die Linke-Politikerin in einem Gastbeitrag für die "Nordwest-Zeitung".

Die Fixierung vieler Bürger auf das Thema Flüchtlinge ist aus Wagenknechts Sicht der falsche Ausdruck einer Wut, die sich in ganz anderen Bereichen des Lebens angesammelt habe. "Wer nur befristete Arbeitsverträge hat, wessen Rente zu klein ist und wessen Kinder keine anständige Schuldbildung mehr bekommen können, weil die öffentlichen Schulen vergammeln und Lehrerstellen unterbesetzt sind, der hat jeden Grund, auf "die da oben" sauer zu sein", schreibt Wagenknecht.

Breiter Zuspruch gesucht

Wagenknecht will mit der Bewegung neben Anhängern ihrer eigenen Partei Mitglieder von SPD und Grünen sowie Parteilose ansprechen. "Unser Ziel sind natürlich andere politische Mehrheiten und eine neue Regierung mit sozialer Agenda", sagte Wagenknecht dem "Spiegel".

In ihrer eigenen Partei hatte die Initiative Wagenknechts die Befürchtung hervorgerufen, die Fraktionsvorsitzende könnte die Linke spalten. Auch aus der SPD und von den Grünen wurde Kritik laut. Der Politikwissenschaftler Gero Neugebauer äußerte sich skeptisch über die Erfolgsaussichten der Bewegung.

Offizieller Start der neuen Bewegung ist der 4. September, wie auf der am Samstag freigeschalteten Website von "Aufstehen" angekündigt wurde. Auf der Seite finden sich Videoclips von Bürgern, die über ihre Sorgen, Themen und Forderungen an die Politik sprechen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. August 2018 um 17:00 Uhr.

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